Basketball

Tabellenführer Alba ist auch von Bonn nicht zu stoppen

Beim siebten Sieg im siebten Bundesligaspiel überzeugt das Berliner Basketballteam. Spielmacher Will Cherry überragt mit 18 Punkten.

Nicht aufzuhalten ist der Berliner Kresimir Loncar (Nr.10), der sich hier gegen den Bonner Dirk Mädrich durchsetzt. Loncar kam auf 12 Punkte

Nicht aufzuhalten ist der Berliner Kresimir Loncar (Nr.10), der sich hier gegen den Bonner Dirk Mädrich durchsetzt. Loncar kam auf 12 Punkte

Foto: Monika Skolimowska / dpa

Berlin.  Spätestens knapp acht Minuten vor Schluss wurde es im Telekom Dome immer ruhiger. In aller Seelenruhe hatte Dragan Milosavljevic einen Dreier für Alba Berlin verwandelt und damit die Berliner Führung wieder auf 14 Punkte Differenz (61:47) geschraubt. Der Rest einer größtenteils souveränen Vorstellung von Alba war mehr ein Schaulaufen. Am Ende stand ein 77:57 (37:34) der Berliner Basketballprofis bei den Telekom Baskets Bonn.

Die Bilanz ist beeindruckend: Es war der siebte Sieg im siebten Bundesligaspiel – mit 14:0 Punkten liegen die Berliner an der Tabellenspitze. Nimmt man die Begegnungen im Eurocup dazu, sind es nun zehn Siege in elf Spielen.

„Mit unserer Defensive haben wir die Bonner Schlüsselspieler gestoppt“, stellte der Berliner Kresimir Loncar zufrieden fest. An der Verteidigung der Berliner scheiterten die Bonner immer wieder. Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Bis sie auf Alba trafen, hatten die Baskets im Schnitt pro Partie 89,8 Punkte erzielt, diesmal waren es lediglich 57. „Wir haben es nicht geschafft, uns gegen die Berliner Physis durchzusetzen“, sah der Bonner Florian Koch ein. Sein Team hatte zuvor nur einmal verloren. Alba-Coach Sasa Obradovic freute sich: „Wir haben von Beginn an mit der Einstellung gespielt, die ich von meiner Mannschaft sehen wollte.“

Ein 12:0-Lauf nach der Pause ist entscheidend

Die Berliner starteten gut, sie ließen sich auch dadurch nicht durcheinanderbringen, dass Kikanovic bereits nach zwei Minuten sein zweites Foul kassierte und sofort auf die Bank beordert wurde. Der Bosnier war vier Tage zuvor, beim 84:71 im Eurocup gegen Gran Canaria, mit 24 Punkten Albas Bester gewesen. Das Punkten übernahm dafür Spielmacher Will Cherry, der nach zehn Minuten bereits zehn Zähler auf seinem Konto hatte und am Ende auf 18 Punkte kam. Ihm folgten Milosavljevic (15), Loncar und Kikanovic (beide 12).

Nach dem ersten Viertel führte Alba 24:15, war bei den Rebounds (am Ende 39:31) überlegen und hatte sich nur zwei Ballverluste (insgesamt zehn) geleistet. Doch im zweiten Abschnitt ließen die Gäste etwas nach. Immer wieder wurden auch Freiwürfe vergeben (die Quote lag bei schwachen 57 Prozent). In der Offensive „haben wir zu viele Würfe von außen genommen“, merkte Niels Giffey an, der davon sprach, dass man „noch müde Beine vom Eurocupspiel“ gehabt habe. Die Führung schmolz auf 32:30 zusammen.

Bayern München verliert in Frankfurt

Aus der Kabine kam Alba hochkonzentriert zurück. Vor allem Cherry und Loncar waren an einem 12:0-Lauf beteiligt, der sofort nach dem Wechsel einen 15-Punkte-Vorsprung (49:34) bescherte. Von diesem Schock erholten sich die Bonner, die immer zurücklagen, vor 6000 Fans nicht mehr. Sie kämpften zwar, konnten aber den Rückstand nie in den einstelligen Bereich verringern. Frustrierend war für sie auch, dass sich Alba über insgesamt zehn Offensiv-Rebounds immer wieder zweite oder sogar dritte Wurfchancen erkämpfte.

„Das gibt uns Selbstvertrauen für das Eurocupspiel“, meinte Giffey mit Blick auf die Partie am Mittwoch in Brindisi. Und dann steht am kommenden Sonntag (Mercedes-Benz Arena, 17 Uhr) der Gipfel gegen die Bayern aus München an, die am Sonntag in Frankfurt überraschend mit 69:74 (32:28) unterlagen. Albas Kapitän Alex King ist voller Optimismus: „Mit guter Stimmung in der Halle können wir auch die Münchner schlagen.“ Weit über 10.000 Karten sind bereits verkauft.