Basketball

Alba gegen Bonn – Das vierte große B überrascht alle

Im Bundesliga-Spitzenspiel Erster gegen Zweiter müssen die „Albatrosse“ am Sonntag endlich Kontinuität über die gesamte Zeit zeigen.

Kresimir Loncar (links, im Spiel gegen die Löwen Braunschweig) und Alba Berlin müssen am Sonntag beim Tabellenzweiten in Bonn antreten

Kresimir Loncar (links, im Spiel gegen die Löwen Braunschweig) und Alba Berlin müssen am Sonntag beim Tabellenzweiten in Bonn antreten

Foto: Eibner-Pressefoto / picture alliance / Eibner-Presse

Berlin.  Eigentlich schaut Sasa Obradovic, der Trainer von Alba Berlin, ungern zurück, sondern immer gleich nach vorn, aufs nächste Spiel. Doch vor dem Bundesliga-Gipfel am Sonntag (15 Uhr) bei den Telekom Baskets Bonn geht sein Blick doch noch einmal in Richtung Mittwochabend.

Klar, er sei „glücklich“ darüber, wie sein Berliner Basketballteam nach der Pause aufgedreht habe und aus einem zeitweiligen 16-Punkte-Rückstand noch ein 84:71 im Eurocup gegen Gran Canaria gemacht hat. „Aber das kann die Sorgen nicht wegwischen, die mir die erste Halbzeit gemacht hat.“

Wenn sich sein Team am Rhein erneut so eine teils indiskutable Leistung erlaubt, dann wird es, das ist sicher, nach bisher sechs Siegen die erste Saisonniederlage in der Bundesliga geben. „So etwas können wir uns in Bonn nicht leisten“, weiß auch Kapitän Alex King.

Gran Canaria war erster Härtetest

Zwar sieht es auf dem Papier hervorragend aus: Von bislang zehn Pflichtspielen in der Liga und im Eurocup hat das Team von Obradovic lediglich eines verloren – zum Auftakt auf europäischer Ebene in Ludwigsburg. Doch zum einen hat sich eben gezeigt, wie instabil das Konstrukt der Mannschaft noch ist, zum anderen traf man gerade in der Bundesliga auf Gegner, die sich in der unteren Hälfte der Tabelle tummeln.

Der erste richtige Wahrsager in dieser Spielzeit war die Partie gegen Gran Canaria, den Eurocup-Finalisten des Vorjahrs, nun folgt der Bundesliga-Härtetest: Tabellenführer Alba mit 12:0 Punkten in Bonn, das mit 10:2 Zählern auf dem zweiten Rang liegt. Wurde vor der Saison immer nur von den drei großen B’s – Bamberg, Bayern und Berlin – gesprochen, sind die Baskets nun das vierte B, das für Aufsehen sorgt.

Bonn gelang ein Sieg in München

Bonns größter Coup war sicherlich das 91:84 in München. „Das war kein Zufall“, sagt Albas Geschäftsführer Marco Baldi. Obradovic hat eine ganz bestimmte Theorie: „Bonn profitiert davon, dass viele Spieler schon ihre zweite Saison dort spielen.“ Da greifen die einzelnen Rädchen teilweise besser ineinander, als das noch bei Alba der Fall ist.

Schließlich gab es bei den Berlinern einen ziemlichen Umbruch. Alle sechs Ausländer-Stellen wurden neu besetzt. „Es dauert alles seine Zeit“, meint King, der selbst zwischen 2008 und 2011 in Bonn unter Vertrag stand. Gerade unter Druck geht noch einiges daneben.

Und Druck wird Bonn machen. Elf Baskets-Profis stehen im Schnitt länger als 15 Minuten auf dem Feld. Coach Mathias Fischer hält damit die Intensität in der Defensive stets sehr hoch. Ein Stil, den auch Obradovic von seiner Mannschaft verlangt.