Basketball

Furiose Aufholjagd Alba Berlins führt zum späten Happy End

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Sebastian Arlt

Alba Berlin holt mit 84:71 gegen Gran Canaria den dritten Sieg im Eurocup und hat jetzt gute Chancen, die nächste Runde zu erreichen.

Berlin.  – Es gibt Situationen, in denen wichtig Scheinendes auf einmal unwichtig wird. Mit diesem Gefühl dürften die Basketballprofis von Herbalife Gran Canaria am Mittwochabend zum Eurocup-Spiel bei Alba Berlin angetreten sein, das am Ende die Berliner nach einer umjubelten Aufholjagd mit 84:71 (35:47) gewannen. In Gedanken waren die Spanier wohl auch bei ihrem Teamkollegen Kyle Kuric, 26. Nachdem der US-Amerikaner am Wochenende unter starken Kopfschmerzen gelitten hatte, hatte er sich auf dem Weg nach Berlin am Dienstag in Barcelona untersuchen lassen. Es wurde ein Gehirntumor festgestellt, Kuric wurde gleich dabehalten.

Auf dem Spielfeld vom Schock nichts zu merken

Doch auf dem Feld war den Spaniern erst einmal kein Schock anzumerken. Vielleicht war das Team durch die Ereignisse noch mehr zusammengerückt. Alba hingegen legte teilweise eine Leistung hin, die bei Trainer Sasa Obradovic zu Recht zu Wutausbrüchen führte. Weder Jordan Taylor noch Will Cherry bekamen das Spiel in den Griff, Kresimir Loncar und Mitchell Watt brachten unterm Korb nichts zustande. Nach neun Minuten hieß es 10:26. Sieben Ballverluste im ersten Viertel zeigen auch, wie viel durcheinanderging.

Ein echter Test sollte es sein, wo man steht, hatte Obradovic vorher erklärt. Bis zur Pause war die Antwort darauf niederschmetternd. Hatte Alba einmal vor allem dank des überragenden Elmedin Kikanovic (24 Punkte) lichte Momente (22:28/13. Minute), machten Fehler alles wieder zunichte (30:43/18.).

Nach der Pause zeigt Alba ein ganz anderes Gesicht

Aber nach dem Wechsel zeigte Alba auf einmal ein ganz anderes, schier unglaubliches Gesicht. Der erste Berliner Dreier im siebten Versuch durch Cherry sowie Punkte von Loncar, Taylor und Niels Giffey führten zum 50:51 (27.). Und die 7944 Zuschauer in der Mercedes-Benz Arena tobten vollends, als Kikanovic die erste Berliner Führung gelang – 54:53 (28.). Sechs Zähler (60:54) waren es nach Ende des dritten Abschnitts, der mit 25:7 an Alba ging.

Gran Canaria kam noch einmal zurück (66:69/34.). Doch Alba traf auf einmal wie im Rausch: Dreier von Alex King und Cherry zum 77:71 eineinhalb Minuten vor Ende. Und ein unglaublicher Dreier von Dragan Milosavljevic sorgte schließlich für die Entscheidung. Welch eine Wendung. Es war der dritte Sieg im vierten Spiel, ein wichtiger Schritt zum Weiterkommen. „In der ersten Halbzeit waren wir schlecht“, gab Kikanovic später zu. „Aber dann haben wir es mit unserer Energie herumgerissen.“