Basketball

Alba genießt nach Start die Herausforderung des Augenblicks

| Lesedauer: 2 Minuten
Dietmar Wenck
Die einzige Niederlage: In Ludwigsburg verloren Dragan Milosavljevic (r.) und Alba Berlin im Eurocup , und zwar hoch

Die einzige Niederlage: In Ludwigsburg verloren Dragan Milosavljevic (r.) und Alba Berlin im Eurocup , und zwar hoch

Foto: Christoph Schmidt / dpa

Für Alba Berlin wird es ernst: Mit Herbalife Gran Canaria kommt ein Gegner in die Mercedes-Benz Arena, der ein echter Gradmesser ist.

Berlin.  Überschwang ist keine Option in der Urteilsfindung eines so gestrengen Übungsleiters wie Sasa Obradovic. Acht Siege in neun Pflichtspielen, Tabellenführung in der Basketball-Bundesliga, international gut im Rennen – „ich bin zufrieden mit meiner Gruppe“, sagt der Trainer Alba Berlins vor dem Eurocupspiel an diesem Mittwoch (19.30 Uhr, Mercedes-Benz Arena) gegen Herbalife Gran Canaria. Klingt nach des Ur-Berliners höchstem Lob: „Da kannste nich meckern.“

Von jetzt ab gegen starke Konkurrenz

Hatte der Serbe nicht vor dem Start noch gegrummelt, dass die ersten Partien eine Art Vorsaison seien, in der sich die neuformierte Mannschaft erst finden müsse? Kalkulierte Rückschläge inklusive? Wäre da nicht etwas mehr angebracht als so ein nüchternes Zwischenfazit?

Nicht für Obradovic. Der erklärt lieber lächelnd: „Die Vorbereitung ist beendet, ab jetzt werden wir sehen, wo wir wirklich stehen.“ So muss man es bei dem anstehenden Programm wohl sehen. Zuerst der starke Kontrahent von der Sonneninsel, der in Spaniens Topliga ACB Fünfter ist und am Sonnabend mit 67:77 bei Laboral Kutxa Vitoria die erste Niederlage kassierte. Danach am Sonntag das Gastspiel in Bonn, drei Tage später die Reise nach Brindisi (Italien) und erneut am Sonntag darauf Besuch vom Lieblingsfeind Bayern München – die Namen werden prominenter, die Hürden werden höher.

Vor eigenem Publikum mit mehr Energie

„Es ist das Beste, von Spiel zu Spiel zu schauen und nicht nachzudenken, was Ende des Monats ist“, mahnt Obradovic, die Herausforderung des Augenblicks anzunehmen anstatt über ferne Ziele zu philosophieren. Betrachtet er also Gran Canaria, sieht er ein Team mit höchster Qualität, das aus allen Lagen werfen (und treffen) kann, mit zwölf Spielern sehr ausgeglichen besetzt ist und aggressiv verteidigt. „Wenn du sie schlagen willst, musst du vierzig Minuten deinen Fokus behalten. Vor allem müssen wir bei den vielen starken Schützen als Mannschaft gut verteidigen“, fordert er.

Niels Giffey glaubt, dass dies gerade vor eigenem Publikum machbar ist. „Man hat mehr Energie, wenn man zu Hause spielt“, sagt der Nationalspieler, der vor einer Woche in Le Mans wichtige Dreipunktewürfe zum Sieg beisteuerte. Seine Heimpartien zu gewinnen, sei enorm wichtig für das Weiterkommen in Europa, so sei der Plan. Aber wir sollten ja nicht so weit nach vorn sehen.

( diw )