Basketball

Emilia und andere unbekannte Wesen warten auf Alba Berlin

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Dietmar Wenck
Rimantas Kaukenas (r.) ist den Berlinern wenigstens bekannt. Er spielte einst in der Bundesliga für die Telekom Baskets Bonn

Rimantas Kaukenas (r.) ist den Berlinern wenigstens bekannt. Er spielte einst in der Bundesliga für die Telekom Baskets Bonn

Foto: Evren Atalay / picture alliance / AA

Im Basketball-Eurocup trifft Alba Berlin auf Gegner ohne große Namen. Schwer zu besiegen sind sie aber trotzdem.

Berlin.  Grissin Bon Reggio Emilia – was ein bisschen nach einer Delikatesse aus dem Süden Europas klingt, will in Wahrheit am Dienstag (19.15 Uhr, Mercedes-Benz Arena) Alba Berlin die Suppe versalzen. Hinter dem Namen verbirgt sich der Tabellenführer der italienischen Basketball-Lega A. Im Eurocup ist dieses Team zu Gast beim letztjährigen Europaligisten. Der ist laut seiner internationalen Reputation klarer Favorit. Doch ganz wohl fühlen sich die Berliner in dieser Rolle nicht.

Solides Programm mit exzellenten italienischen Spielern

„Niemand kennt sie so richtig“, sagt Alba-Geschäftsführer Marco Baldi über den Gegner, „aber das ist ein solides Basketball-Programm mit exzellenten italienischen Spielern.“ Und Kämpferherz. Am vergangenen Wochenende arbeitete sich das Team nach einem Rückstand von zwanzig Punkten noch zu einem 97:92-Sieg gegen Cantu.

Berlins Trainer Sasa Obradovic spricht voller Respekt von der „sehr talentierten und vielseitigen“ Mannschaft und zählt sie zu den Favoriten in der Vorrundengruppe B. Immerhin hat Reggio sein erstes Spiel im Eurocup gegen Brindisi gewonnen, während Alba eine 60:79-Pleite in Ludwigsburg kassierte.

Auf US-Amerikaner wird verzichtet

Noch suchen die meisten Mannschaften mit ihren vielen neuen Spielern ihren Rhythmus; die Italiener dagegen sind eingespielt, haben mit den Litauern Rimantas Kaukenas und Darjus Lavrinovic, dem Ukrainer Vladimir Veremeenko sowie den italienischen Nationalspielern Stefano Gentile, Pietro Aradori und Amadeo Della Valle genug Erfahrung in ihren Reihen, um sogar ganz auf Amerikaner verzichten zu können. Eine Ausnahme im Eurocup. Und ein unangenehmer Konkurrent.

Dies wiederum ist keine Ausnahme in diesem Wettbewerb. „Man weiß wenig über die Klubs, aber ihre Teilnahme fällt ja nicht vom Himmel“, sagt Baldi. Kein Real Madrid oder Panathinaikos Athen zwar, die in Europa jeder Fan kennt. Dafür viele hungrige Emporkömmlinge. Alba hat etwa die erwähnten Ludwigsburger in seiner Gruppe. Oder das französische Topteam Le Mans Sarthe. Oder Herbalife Gran Canaria Las Palmas. Die Spanier haben vergangene Saison das Eurocup-Finale erreicht. Und auf dem Weg dorthin reihenweise Teams ausgeschaltet, die jetzt in der Euroleague spielen.

Unter die Top 16 zu kommen, wäre ordentlich

Die Vorstellung, dass dort, in der Königsklasse, lauter Klubs unterwegs wären, die eine Liga tiefer im Eurocup alles in Grund und Boden spielen würden, ist falsch. Erwiesenermaßen: Jahr für Jahr machen die acht Mannschaften, die in der Euroleague die Vorrunde nicht überstehen, im Eurocup bei den Top 32 weiter. Den Wettbewerb gewonnen hat nie eine von ihnen. „Das zu schaffen“, sagt Baldi, „ist wie das Viertelfinale in der Euroleague zu erreichen – ein ganz weiter Weg.“

Das gilt auch für die Konkurrenten an diesem Dienstag, wenngleich sie zum erweiterten Favoritenkreis zählen, Italiens Vizemeister und Alba, dem vor einigen Monaten fast der Sprung unter Europas acht Topteams gelungen wäre. Jetzt sagt Baldi vorsichtig: „Wenn wir im Eurocup unter die besten 16 kommen, ist das ordentlich.“ Mögen viele mit Bon Grissin Reggio Emilia nichts anfangen können – bei Alba Berlin wissen sie sehr wohl, was dahintersteckt.