Eines hat die neue Mannschaft von Alba Berlin schon einmal erreicht: Sie hat ihren Trainer Sasa Obradovic in Erstaunen versetzt. Was nicht oft vorkommt. „So einen Sieg habe ich wirklich nicht erwartet“, gab der Serbe zu.

Wobei es ihm genauso ging wie wohl den meisten Augenzeugen des 74:54-Erfolges des Berliner Basketballteams, das am Donnerstagabend fulminant in die Saison 2015/2016 gestartet ist. Die gute Leistung soll nun bereits am Sonntag seine Fortsetzung finden, wenn Alba in der Mercedes-Benz Arena (17 Uhr) auf Bayreuth trifft.

Alba-Trainer Sasa Obradovic fieberte am Spielfeldrand mit, konnte am Ende zufrieden sein
Alba-Trainer Sasa Obradovic fieberte am Spielfeldrand mit, konnte am Ende zufrieden sein© dpa | Rainer Jensen

Natürlich darf man das alles nicht überbewerten, doch vor allem eine Halbzeit lang wirbelte die mit sechs Neuen angetretene Alba-Mannschaft, dass den Ulmern schwindlig wurde.

Das lässt hoffen, dass hier ein Team zusammenwächst, das noch viel Spaß machen wird. „Es war großartig“, meinte Will Cherry, einer der beiden neuen Spielmacher, der mit 17 Punkten gleich zum Topscorer aufstieg.

Marco Baldi war „sehr erleichtert“

Erst einmal war Geschäftsführer Marco Baldi nach der schwierigen Vorbereitung (vier Spieler fehlten lange wegen ihrer EM-Teilnahme) „sehr erleichtert“, er habe „Bammel gehabt“. Natürlich, da sind sich Obradovic und er einig, sei es „noch ein langer Weg“ und stehe noch „sehr viel Arbeit“ an.

Aber es zeigte sich bereits, dass dieses Team mit großer Leidenschaft zu Werke geht und den Obradovic-Stil der knallharten Defensivarbeit schon gut verinnerlicht hat.

„Das ist das Fundament von allem“, so Baldi. Dass mit dem am Donnerstag verpflichteten Kresimir Loncar nun noch viel Erfahrung ins junge Team hinzukommt, lässt noch mehr hoffen.

Leider zu wenige Zuschauer

Leidenschaft und Einsatzwille, das sind Eigenschaften, die beim Publikum ziehen. Die zahlende Kundschaft will aber erst überzeugt werden. Noch haben viele erst einmal abgewartet, gegen Ulm – schwieriger Termin hin oder her – schauten lediglich 7218 Fans zu.

In den vergangenen vier Jahren kamen nur einmal (im März 2013 gegen Ludwigsburg/6878) weniger Zuschauer in die Arena am Ostbahnhof.

Baldi wollte das nicht überbewerten und ist sich sicher: „Auch das muss erst wieder anlaufen.“ Spätestens gegen Bayreuth werde der Zuspruch viel höher sein. Wer gegen Ulm da war, wird auf jeden Fall weitersagen: Es lohnt sich, das neue Team anzuschauen.