Basketball

Alle Experten setzen auf Meister Bamberg und die Bayern

Die beiden Klubs aus dem Süden sind Alba inzwischen finanziell weit enteilt. Die Berliner haben deshalb aber noch lange nicht aufgegeben

Elias Harris (Mitte) von den Brose Baskets Bamberg wird hier gleich von mehreren Bayern-Spielern in die Zange genommen

Elias Harris (Mitte) von den Brose Baskets Bamberg wird hier gleich von mehreren Bayern-Spielern in die Zange genommen

Foto: Christina Pahnke / sampics / picture alliance / Christina Pah

Berlin.  Michael Stoschek hat Wort gehalten. „Unser nächstes Team wird noch viel besser“, hatte der Aufsichtsratschef der Brose Baskets Bamberg bereits in der Stunde des Meisterschafts-Triumphes im vergangenen Juni erklärt. Die Konkurrenz durfte das getrost als Drohung auffassen.

Wenn am Donnerstag mit der vorgezogenen Partie zwischen Alba Berlin und Ratiopharm Ulm die 50. Saison der Basketball-Bundesliga beginnt, ist der Meister aus Franken in der Favoritenrolle. Auf gleicher Höhe mit Bayern München. The same procedure as last year... Zur Erinnerung: Im Finale der vergangenen Saison standen sich diese beiden Schwergewichte gegenüber. Am Ende nutzten die Bamberger ihren Heimvorteil und gewannen mit 3:2.

Bamberg und Bayern – fehlt da nicht was? In den vergangenen Jahren war immer von den drei großen Bs die Rede, wurde Alba Berlin in einem Atemzug genannt. Doch bei den Expertentipps vor der Saison, abgegeben von den 18 Trainern, spielt Berlin erstmals keine Hauptrolle mehr. Gut bringt es MBC-Coach Silvio Poropat auf den Punkt: „München und Bamberg haben die größte sportliche Qualität. Alba könnte das Überraschungsteam werden, steht aber in finanzieller Hinsicht weit hinter den beiden Krösussen.“

Bayern und Bamberg haben sich sehr verstärkt

Geld regiert auch die Basketball-Welt. Offiziell gibt es keine Angaben, aber München und Bamberg werden mit einem Etat von mindestens zwölf Millionen Euro taxiert, Albas Möglichkeiten dürften zwischen sieben und acht Millionen liegen. „Wir beschweren uns nicht“, sagt Albas Aufsichtsratsvorsitzender Axel Schweitzer. Er spricht gleichwohl von „Verwerfungen im Süden der Republik“. Bamberg befindet sich in sehr starker Abhängigkeit von Hauptsponsor Brose, dem Unternehmen von Stoschek. München profitiert von der zugkräftigen Anbindung an eine der größten Fußball-Marken.

Die Kluft ist größer geworden. Schweitzer verspricht: „Wir werden nicht unsere Prinzipien über Bord werfen.“ Keine finanziellen Harakiri-Aktionen. Nachhaltig werde man das Budget am Markt generieren. „Am Ende zählen Titel“, weiß allerdings auch Alba-Geschäftsführer Marco Baldi. Doch 25 Jahre lang immer das Play-off erreicht zu haben, dabei stets ein harter Mitstreiter um den Titel sowie ununterbrochen im europäischen Geschäft tätig gewesen zu sein, daran gelte es anzuknüpfen.

Auch Albas Auftaktgegner Ulm wird hoch eingeschätzt

Bayern und Bamberg haben aufgerüstet. „Wir wollen mit noch größerer Rotation spielen“, kündigt Bambergs Meistertrainer Andrea Trinchieri an. Die Franken haben ihre Stars Brad Wanamaker und Janis Strelnieks gehalten, im Griechen Nikos Zisis und dem Italiener Nicolo Melli wurden zwei absolute Hochkaräter geholt. Die Münchner halten dagegen: „Wenn wir gesund bleiben, haben wir das Potenzial, Meister zu werden“, meint Bayern-Geschäftsführer Marko Pesic. „Wir haben in etwa die Spieler verpflichten können, die wir wollten.“ Da gehören Größen wie Alex Renfroe, Deon Thompson und der von Real Madrid geholte K.C. Rivers dazu.

Alle anderen gruppieren sich hinter den beiden Teams ein. Wobei neben Alba immer wieder Ulm genannt wird. Hier wurde abgesehen von Spielmacher Per Günther das Team komplett ausgewechselt. „Für uns kommt dieses Spiel eigentlich zu früh“, sagt Alba-Coach Sasa Obradovic mit Blick auf den Auftakt. Vielleicht hat aber Ludwigsburgs Trainer John Patrick Recht. Er tippt auf Alba als Meister. „Sie werden nach dem Umbruch unterschätzt, die Zugänge sind besser, als viele Leute es erwarten.“