Basketball

Alba-Geschäftsführer: „Es tut weh, dass Mithat geht“

Sportdirektor Mithat Demirel verlässt Alba Berlin. Die Morgenpost sprach mit Geschäftsführer Marco Baldi über die Folgen.

Marco Baldi leitete die Geschicke bei Alba Berlin seit mehr als 25 Jahren

Marco Baldi leitete die Geschicke bei Alba Berlin seit mehr als 25 Jahren

Foto: dpa Picture-Alliance / Eibner-Pressefoto / picture alliance / Eibner-Presse

Berlin.  Sportdirektor Mithat Demirel verlässt Alba Berlin, wird General Manager bei Darüssafaka Istanbul. Die Morgenpost fragte Alba-Geschäftsführer Marco Baldi nach den Konsequenzen für den Basketball-Bundesligisten.

Berliner Morgenpost: Herr Baldi, liegen schon erste Bewerbungen um die frei gewordene Stelle auf Ihrem Tisch?

Marco Baldi: Das ging in der Tat sehr schnell. Aber die wenigsten haben eine Vorstellung, was diese Position voraussetzt. In Deutschland ist das Berufsbild des Sportdirektors im Basketball ja noch eher unterentwickelt. Der Job verlangt ein großes Verantwortungsbewusstsein, man muss eine gute Teamfähigkeit haben, zu hoher Intensität bereit sein und ist ständig unterwegs. Auch Mithat ist da erst reingewachsen, aber er hat das gut gemacht. Wie es aussieht, scheint das anderen nicht verborgen geblieben zu sein.

Wie schwer trifft Alba der Verlust von Mithat Demirel?

Zum einen ist das keine Position, wo man sofort mit großer Hektik einen Nachfolger finden muss. Den Kader hat er ja noch mit Sasa (Trainer Obradovic, d.Red.) und mir im Hintergrund zusammengestellt. Deshalb kommt sein Wechsel jetzt sicher zu einem Zeitpunkt, wo er noch am verträglichsten ist. Aber es tut schon weh, dass Mithat geht, wir haben in ihn investiert, da steckt ein Aufbau dahinter. Er ist ja nicht als Profi auf der Position hergekommen. So wie sich das einige vorstellen: Da nimmt man sich einen ehemaligen Spieler, und dann kann der das – so einfach ist es nicht.

Fällt es Ihnen leicht, seine Entscheidung nachzuvollziehen?

Ich glaube nicht, dass Mithat innerhalb der Liga gewechselt wäre. Das hat viel mit dem Zielland Türkei zu tun. Es ist ein Gefühl, das er wohl schon länger in sich trägt: dass er mit seiner Familie gerne für einen gewissen Zeitraum dort hin möchte. Jetzt ist die Gelegenheit da, die nutzt er. Das muss man respektieren, an unserem persönlichen Verhältnis ändert das nichts.

Haben Sie um ihn gekämpft?

Da gab es nicht mehr viel zu kämpfen. Das hat Mithat schon mit sich selbst ausgemacht.

Was ist seine größte Stärke?

Seine Marktkenntnis und zu erkennen, wie Spieler in ein, in diesem Falle unser System passen. Da hat er starke Fähigkeiten entwickelt. Dazu die Bereitschaft, das auch zu diskutieren, Argumente auszutauschen, teamfähig zu sein. Das hat er in den Jahren zunehmend gut gemacht.

Wer übernimmt Demirels Aufgaben?

Wir haben gute Kräfte bei Alba. Das Operative kurzfristig aufzuteilen wird kein Problem. Aber wir werden zusehen, dass wir den strategischen Teil der Aufgabe, der das Jugendprogramm und die Profis umfasst, mittelfristig wieder besetzen.

Alba hat oft gehobene Positionen an ehemalige Spieler vergeben. Diesmal wieder?

Das will ich nicht ausschließen. Wir brauchen einen echten Basketballkopf, der den Anspruch und die Fähigkeit hat, unser sportliches Programm zu leiten. Für diese Arbeit sind nicht so viele geeignet.