Basketball

Training ohne Spieler - Schwere Zeiten bei Alba Berlin

Um überhaupt als Team trainieren zu können, üben bei Alba Jugendliche und Gastspieler mit. Trainer Sasa Obradovic ist dennoch optimistisch.

Sasa Obradovic ist ein Meister der Gesten. Im Moment schauen ihm nur nicht viele Spieler zu

Sasa Obradovic ist ein Meister der Gesten. Im Moment schauen ihm nur nicht viele Spieler zu

Foto: Mika Volkmann / picture alliance / Mika

Sasa Obradovic weiß schon so manches zu erzählen über die nächste Saison. Wenn Alba Berlins Trainer etwa das Team von Ratiopharm Ulm beschreibt, den Auftaktgegner in der Basketball-Bundesliga am 1. Oktober (20 Uhr) in der Arena am Ostbahnhof. „Auf dem Papier besser als letztes Jahr“, sagt er. Auch die Baskets Oldenburg sieht er gestärkt, „sie haben gute Spieler geholt“. Würzburg, Ludwigsburg – „gefährlich, Anwärter für einen Play-off-Platz!“ Meister Bamberg erst, „sehr gut besetzt, mehr Erfahrung“, auch sie sind also weiter gewachsen. Bayern München? „Die werden sowieso Jahr für Jahr stärker, weil sie sich Spieler von uns holen“, antwortet der Serbe gut gelaunt.

Alle hören genau zu und machen, was der Trainer will

Nur wie sieht es eigentlich in der Berliner Schützenstraße aus, wo seine Mannschaft vor einer Woche im Alba-Trainingszentrum die Arbeit aufgenommen hat? Mit den neu verpflichteten Amerikanern Ivan Aska, Mitchell Watt und Jordan Taylor, einem Schwung Nachwuchsspieler und sogar Gastspielern, die ohne Vertrag sind? Da wird Obradovic fast ein wenig einsilbig, denn nun sind Details gefragt, nicht allgemeine Betrachtungen. „Ich bin sehr zufrieden mit den Neuen, wie sie bisher gearbeitet haben“, sagt er, „sie hören sehr genau zu und folgen dem, was sie gesagt bekommen.“ Das klingt nicht sensationell.

Was soll er auch groß berichten? Mit Niels Giffey, Alex King, Akeem Vargas, Elmedin Kikanovic und Dragan Milosavljevic sind fünf Säulen des neuen Teams bis auf weiteres international unterwegs. „Es ist gut für den Klub, wenn unsere Spieler in ihre Nationalmannschaften berufen werden, denn es ist Anerkennung für das, was wir hier tun“, ist Obradovic hin- und hergerissen, denn: „Auf der anderen Seite leiden wir sehr darunter.“

Die Personalie Hammonds soll jetzt bald geklärt werden

Eine vernünftige Saisonvorbereitung fällt so sehr schwer, zumal eine entscheidende Personalie unklar ist: Bleibt Clifford Hammonds, zweimal in Folge zum besten Verteidiger der Bundesliga gewählt, der Berliner Spielmacher? Der Amerikaner würde am liebsten bis Mitte September bei seiner Familie in den USA bleiben, dann wird er zum fünften Mal Vater. Doch so wichtig der 29-Jährige auch ist für Alba, alle Wünsche gehen bei Obradovic nicht in Erfüllung. „Wir suchen eine Lösung mit seinem Agenten“, sagt er, eine Alternative steht nämlich schon bereit. Bald soll hier das letzte Wort gesprochen werden.

Noch bereitet der Coach ein Rumpfteam auf die ersten Testspiele am 2./3. September gegen Slask Wroclaw vor. Noch sei es zu früh, über große Ziele zu sprechen, „wir wollen so Spiele gewinnen wie möglich“, basta. Aber dann lehnt sich Obradovic doch etwas aus dem Fenster, als er einen seiner Neuen heraushebt: „Jordan Taylor könnte die Entdeckung der Saison werden.“ Geht doch, Trainer!