Basketball

Wenn zwei Basketballprofis von Alba Berlin hungern müssen

Ivan Aska und Mitchell Watt spielen künftig beim Basketball-Bundesligisten Alba. Jetzt erkunden die beiden US-Amerikaner erst einmal die Stadt

Ivan Aska (links) vor einem Monat in der Summerleague im Trikot der Minnesota Timberwolves. Der NBA-Klub verpflichtete ihn allerdings nicht

Ivan Aska (links) vor einem Monat in der Summerleague im Trikot der Minnesota Timberwolves. Der NBA-Klub verpflichtete ihn allerdings nicht

Foto: John Locher / picture alliance / AP Photo

Berlin.  Der erste Ausflug ins Berliner Nachtleben war für die beiden Basketballprofis Ivan Aska und Mitchell Watt nicht wirklich erfolgreich. Am Sonntag waren die beiden an ihrem neuen Arbeitsplatz, beim Bundesligisten Alba, in der Hauptstadt eingetroffen. Gleich bezogen sie ihre Appartements in Mitte. Weit nach Mitternacht überfiel die beiden dann ein bohrendes Hungergefühl. Zwar hatte ein Imbiss um die Ecke noch auf, doch mit ihren Kreditkarten machten sie wenig Eindruck. Kein Bargeld, kein Essen.

Inzwischen sind die beiden US-Amerikaner mit Euros ausgerüstet – und die Arbeit in Berlin kann losgehen. Am Dienstagabend steht das erste offizielle Mannschaftstraining auf dem Programm. Aska, 2,01 Meter groß, spricht von „einer großen Herausforderung“, die auf ihn warte. Er wolle hier „den nächsten Schritt in meiner Karriere machen“. Watt, 2,08 Meter groß, nickt zustimmend. Auch für ihn geht es darum, nach Engagements bei eher kleineren Klubs jetzt bei einer auch in Europa etablierten Mannschaft eine gute Rolle zu spielen.

Es gibt viele Parallelen: Die beiden US-Amerikaner sind 25 Jahre alt und haben bei Alba einen Zweijahresvertrag bekommen; sie können auf den Positionen Center und Power Forward spielen. Ihre vorherige Station war Israel: Aska bei Maccabi Ashdod, Watt bei Ironi Nes Ziona. „Klar, wir kennen uns“, sagt Aska, „wir haben einige Male gegeneinander gespielt.“

Watts Großvater war einst in Berlin stationiert

Watt hat – im Gegensatz zu seinem neuen Teamkollegen – sogar einen Bezug zu Berlin. Sein Großvater war als Soldat der alliierten US-Truppe fast neun Jahre lang hier stationiert, sein Vater ging sogar ein paar Jahre lang in der damals noch geteilten Stadt zur Schule. „Aber Deutsch habe ich ihn nie sprechen hören“, erzählt er lachend.

Askas Vorname Ivan klingt alles andere als amerikanisch, stammt hingegen aus dem Slawischen. „Ich weiß nicht, was da dahintersteckt“, sagt Aska. Nur soviel: „Mein Vater heißt Ivan, mein Großvater auch.“ Besagter Vater stammt aus Trinidad und Tabago, die Mutter kommt von den amerikanischen Jungferninseln. Aska, geboren in Florida, spielt auch in der Nationalmannschaft dieser Inselgruppe. „Wir versuchen, 2016 zu den Olympischen Spielen zu kommen.“ Schade findet er, dass Tim Duncan „noch nie bei uns mitgespielt hat“. Der NBA-Superstar ist auf den Jungferninseln geboren.

Europameisterschaft stört die Saisonvorbereitung

Jetzt liegt der Fokus aber auf Alba und der kommenden Saison. Wobei Watt und Aska einige ihrer neuen Kollegen erst in ein paar Wochen kennenlernen werden. Denn in Alex King, Akeem Vargas und Niels Giffey (alle Deutschland), Elmedin Kikanovic (Bosnien) und Dragan Milosavljevic (Serbien) fehlen gleich fünf Spieler, die sich zur Vorbereitung auf die EM (5. bis 20. September) bei ihren Nationalteams befinden und gute Chancen haben, an den Titelkämpfen teilzunehmen.

„Es gibt bessere Voraussetzungen zur Vorbereitung“, sagt Berlins Sportdirektor Mithat Demirel. Bei Alba trainieren daher einige Nachwuchskräfte ebenso mit wie ein paar vertragslose Spieler, die sich fit halten. Sie kommen zwar nicht für ein Engagement infrage, helfen aber zumindest im Training.