Basketball

Alba-Profi Mitchell Watt und sein schwerer Weg zurück

Der neue Center von Albas Basketballteam litt unter einer seltenen Nervenkrankheit und musste einst um das Ende seiner Karriere fürchten.

Willkommen in Berlin: Am Sonntag landete Albas Zugang Mitchell Watt (rechts) in Tegel und wurde von Sportdirektor Mithat Demirel in Empfang genommen

Willkommen in Berlin: Am Sonntag landete Albas Zugang Mitchell Watt (rechts) in Tegel und wurde von Sportdirektor Mithat Demirel in Empfang genommen

Foto: Alba / BM

Berlin.  In Anlehnung an die Geschichte von „Max und Moritz“ könnte man sagen: Das war der fünfte Streich: In Mitchell Watt hat Alba Berlin den fünften Neuen für die kommende Basketball-Saison verpflichtet. Das einzige Hindernis ist seit Sonntag ausgeräumt: Der israelische Klub Ironi Nes Ziona, wo Watt vorher spielte, hat die Freigabe erteilt. Eigentlich hatte der US-Amerikaner dort noch einen gültigen Vertrag, „doch er ist da ausgestiegen“, wie Albas Sportdirektor Mithat Demirel erklärt. Eine Ablöse wurde offenbar nicht fällig.

Am Sonntagfrüh landete der 25-Jährige, der auf den Positionen Center und Power Forward spielen kann, bereits aus Newark kommend in Tegel. Mit im Flugzeug saß auch sein Landsmann Ivan Aska, ebenfalls ein Zugang für die Saison 2015/2016. Demirel lobt Watt als „sehr athletischen und beweglichen Spieler“. Dass es Watt zu einem sehr guten Basketballprofi bringen würde, schien vor einigen Jahren noch ausgeschlossen zu sein. Zu Beginn seines zweiten Jahres an der University of Buffalo erkrankte er 2009 am Guillain-Barré-Syndrom.

Kampf gegen das Guillain-Barré-Syndrom

Bei dieser Nervenkrankheit greift das eigene Immunsystem die Isolierschicht der Nerven an – mit teils fatalen Folgen. „Ich habe auf einmal doppelt gesehen. Meine Beine gehorchten mir nicht mehr, ich bin kaum die Treppen zu meinem Zimmer hochgekommen. Es war ein schlimmes Gefühl“, erzählte er einmal in einem Interview.

Zwei Wochen lang lag er im Krankenhaus, sein Zustand verschlechterte sich immer mehr. Doch dann diagnostizierte der Neurologe Dr. Michael Battaglia das seltene Syndrom. Mit der entsprechenden Behandlung begann ein weiter Weg, der ihn aber doch wieder zurück in den Profi-Basketball führte. „Ich habe versucht, immer positiv zu bleiben“, so Watt. „Ich musste wieder lernen zu gehen, lernen zu joggen und dann lernen zu rennen.“ Er hatte nur ein Ziel vor Augen: zurück aufs Feld.

Der 25-Jährige musste lernen, geduldig zu sein

„Es war unglaublich, dass er schon nach einem Monat wieder einen Dunking geschafft hat“, wird Battaglia zitiert. Watt spielte bald wieder, litt aber noch unter Müdigkeit. Es wurde jedoch immer besser: 2012 wurde er zum „Conference Player of the Year“ gekürt.

Inzwischen ist Mitchell Watt komplett geheilt. Geduldig zu sein, sich gegen alle Widerstände durchzubeißen, dies habe ihm für sein weiteres Leben sehr viel gebracht, sagt er heute.

Sein Traum von einem NBA-Engagement erfüllte sich bisher noch nicht, seit Herbst 2012 spielte er in Israel. Bei Alba, wo er für zwei Jahre unterschrieb, will er nun den nächsten Schritt machen.