Eine Viertelstunde nach dem Spiel war Sasa Obradovic schon wieder völlig entspannt. Zufrieden lehnte er sich in der Pressekonferenz zurück und sagte: „Kompliment an meine Mannschaft. Sie hat eine gute Reaktion gezeigt.“ Zum einen bezog sich die Äußerung des Alba-Trainers auf die Tatsache, dass sich das Berliner Basketballteam nur 45 Stunden nach der Europaliga-Niederlage bei Roter Stern Belgrad am Sonnabend über weite Phasen sehr gut erholt zeigte. Denn am Ende stand im Bundesligaspiel gegen Medi Bayreuth ein klares 91:60 des Tabellenführers (38:2 Punkte).
Und dann meinte Obradovic auch noch die Reaktion, die seine Mannschaft gezeigt hatte, nachdem der Cheftrainer in der 26. Minute – nach zwei technischen Fouls – durch die Schiedsrichter disqualifiziert und der Halle verwiesen worden war. Erst hatte es einen Zwist mit dem Bayreuther Trainerkollegen Michael Koch gegeben, dann hatte sich der Serbe mit den Unparteiischen angelegt. Für die Profis war der emotionale Ausbruch ihres Chefs ein Weckruf zu einem Zeitpunkt, als die Berliner die Intensität ihres Spiels dramatisch heruntergefahren hatten. Alba riss sich unter der Führung von Assistenztrainer Milenko Bogicevic fortan wieder richtig zusammen.
Allerdings könnte die Sache für Obradovic noch ein Nachspiel haben. Zum einen war er kurze Zeit nach seiner Disqualifikation wieder in der Halle aufgetaucht und hatte das Geschehen aus dem Hintergrund beobachtet. Später erschien er dann auch in der Pressekonferenz. Beides Dinge, die den Statuten nach nicht erlaubt sind. Der Disqualifizierte darf nicht mehr in die Halle kommen. In der Pressekonferenz muss der Assistenztrainer Rede und Antwort stehen.
„Wir warten erst einmal ab, was im Bericht der Schiedsrichter steht, und holen uns weitere Informationen ein“, erklärte Dirk Kaiser, der Sprecher der Basketball-Bundesliga (BBL).
Marco Baldi, der Geschäftsführer von Alba, glaubte indes nicht, dass der Coach eine Strafe zu erwarten hat. Es gehe doch darum, „dass der Trainer keinen Einfluss mehr aufs Spiel nehmen darf, wenn er disqualifiziert ist“. Und das hat Sasa Obradovic nicht getan.





