Vor dem Spiel war Sasa Obradovic, der Trainer von Alba Berlin, zu Tränen gerührt, weil ihm bei seiner Rückkehr zu seinem ehemaligen Klub ein überschwänglicher Empfang bereitet wurde. Zudem feierte der Serbe am Donnerstag auch noch seinen 46. Geburtstag. Doch Geschenke von Roter Stern Belgrad gab es anschließend im Europaliga-Spiel nicht. Albas Basketballteam unterlag 69:86 (29:47), hat nach schwacher Leistung im Top 16 nun zwei Siege und drei Niederlagen auf seinem Konto.
Überraschend stand Jonathan Tabu bei Alba in der Startformation. Es war seine Premiere im Berliner Trikot, nachdem er sich während der Vorbereitung im September 2014 eine Brustmuskel-Verletzung zugezogen hatte. Erst seit kurzem trainiert er wieder mit der Mannschaft. In Belgrad spielte auch er schwach (0/6 Würfe) wie alle Berliner. Alba, das in Jamel McLean seinen besten Werfer hatte (14 Punkte), agierte fehlerhaft (18 Ballverluste) und lag schnell 20:38 zurück. Obradovic wurde der Geburtstag gewaltig vermiest.
War Tabus Einstand zudem der Abschied von Alex Renfroe, der ja für den Belgier nachverpflichtet worden war? Eigentlich schien es nur die Frage zu sein: Renfroe oder Tabu? Welcher Spielmacher bleibt in Berlin? Doch nach Informationen der Berliner Morgenpost deutet sich eine ganz andere Personal-Rochade an. Sowohl Renfroe als auch Tabu sollen gehalten werden – aber dafür könnte Vojdan Stojanovski die Berliner verlassen. Würden nämlich alle drei bleiben (was auch eine finanzielle Frage wäre), hätte Alba acht Ausländer unter Vertrag. In der Europaliga ist dies kein Problem, aber in der Bundesliga (BBL) dürfen nur sechs Nicht-Deutsche eingesetzt werden. Deshalb musste Stojanovski, in der zweiten Saison in Berlin, in den vergangenen Monaten des öfteren bei Spielen in der BBL zuschauen.
Die Wechselfrist endet am Sonnabend
Die Alba-Verantwortlichen Marco Baldi (Geschäftsführer) und Mithat Demirel (Sportdirektor) haben den Aufenthalt in Belgrad genutzt, um sich mit Misko Raznatovic, dem Chef der Spieleragentur „BeoBasket“, zu treffen, der sowohl Renfroe als auch Stojanovski vertritt. Alba arbeitet seit vielen Jahren eng mit der Agentur zusammen, Raznatovic war auch zum 25-jährigen Jubiläum des Klubs im Dezember 2014 eingeladen. Noch gibt es keine offizielle Bestätigung, aber die Zeit drängt. Am Sonnabend um 24 Uhr läuft die Wechselfrist ab.
Nach Informationen spanischer Basketball-Portale soll es auch einen Interessenten für den 27-jährigen Mazedonier Stojanovski (wurde in Belgrad nicht eingesetzt) geben, der für Alba bisher 85 Spiele absolvierte: Mora Banc Andorra, Aufsteiger in die spanische Liga ACB und 16. von 18 Teams, sucht dringend Verstärkung, nachdem man sich gerade von zwei Profis getrennt hat. Luka Bogdanovic (von Partizan Belgrad) wurde bereits verpflichtet, Stojanovski könnte der nächste sein.
seb




