Es sind gerade aufregende Zeiten für Jannik Freese. Als „sehr ereignisreich“ bezeichnet der Basketball-Profi die vergangenen Tage. Jetzt sitzt er lächelnd auf einer Gymnastikbank im Trainingszentrum von Alba Berlin und lässt noch mal alles Revue passieren. Am Sonntagnachmittag spielte er letztmals im Trikot der Crailsheim Merlins bei den Frankfurt Skyliners, beim 71:88 erzielte er zehn Punkte und angelte sich vier Rebounds. Am Sonntag wurde mit Alba alles geklärt. „Am Montag bin ich nach Berlin gekommen und habe gleich die medizinischen Tests absolviert“, erzählt der 28-Jährige. Am Dienstag stand er zum ersten Mal mit seinen neuen Mitspielern in der Trainingshalle.
Teil des Profilebens
Für zwei Monate, bis Ende Februar, hat der Tabellenführer der Basketball-Bundesliga den 2,11 Meter großen Mann unter Vertrag genommen. Nur zwei Monate. Wie fühlt sich jemand, der weiß, dass er wohl nach diesem überschaubaren Zeitraum auch schon wieder weg sein wird? „Das gehört zum Profileben“, sagt der Center. „Das finde ich auch nicht belastend.“ Er wolle jetzt nicht groß über seine Vertragssituation nachdenken. „Es ist Zeit, an die Arbeit zu gehen.“
„Er hat Erfahrung, er kann uns helfen. Sowohl im Training als auch bei den Spielen“, sagt Alba-Coach Sasa Obradovic über den Neuen. Bei Alba hatte sich bei den großen Spielern eine Lücke aufgetan, nachdem sich Jonas Wohlfarth-Bottermann eine Handverletzung zugezogen hatte. Er wird wohl zwei Monate fehlen. „Ich soll der Mannschaft jetzt wieder mehr Tiefe geben und helfen, das Energielevel hochzuhalten“, umreißt Freese seine Arbeitsplatzbeschreibung.
Die Stadt ist ihm schon bestens vertraut
In Berlin selbst kennt er sich durch unzählige Besuche ganz gut aus. „Viele meiner Freunde und einige Cousinen und Cousins von mir leben hier.“
Auf dem Spielfeld ist er ein erfahrener Mann: 192 Bundesligaspiele hat Freese für Klubs wie Gießen, Oldenburg und eben Crailsheim absolviert. Beim Aufsteiger hatte er einen Vertrag für die Hinrunde unterschrieben, die mit der Partie in Frankfurt endete. Im Schnitt spielte er bei den Merlins 28 Minuten, kam auf zwölf Punkte und 6,8 Rebounds. „Seine Rolle bei uns wird natürlich eine ganz andere sein als in Crailsheim, wo er viele Würfe nehmen musste und einer der wichtigsten Spieler war“, sagt Obradovic.
In Martin Seiferth, 24, hätte Alba eigentlich ja noch einen weiteren Langen in der Hinterhand gehabt. Doch auch er war lange an der Hand verletzt und kommt erst langsam zurück. „Es wäre zu viel Druck für ihn“, erklärt Obradovic, „er soll nicht gleich ins Feuer geworfen werden.“
Kein Einsatz in der Europaliga mehr möglich
Freese ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Teilzeit-Arbeiter, der weniger als seine Kollegen zu tun hat. Denn für die Europaliga ist der Profi mit dem ordentlich gestutzten Vollbart nicht spielberechtigt. Die Transferperiode für die europäische Eliteliga war bereits beendet.
Er kann also in der nächsten Europaliga-Partie bei Zalgiris Kaunas am Freitag (18.45 Uhr, kostenloser Livestream bei Sport1.de) nicht eingesetzt werden. Obradovic will Freese aber dennoch mit nach Litauen nehmen. „So kann er schneller integriert werden.“
Ein wenig Zeit haben alle Beteiligten zur Eingewöhnung. Seinen ersten Einsatz kann Jannik Freese erst am 17. Januar im Bundesliga-Heimspiel gegen die Tigers Tübingen (18.30 Uhr, O2 World) haben.





