Basketball

Alba schüttelt den Schock der Niederlage ab

Alba war offenbar hungrig nach einer Wiedergutmachung nach der Schlappe gegen Bamberg. Die Berliner schlugen den Mitteldeutschen BC ungefährdet mit 82:56 - eine gelungene Generalprobe.

Der Schock der 69:98-Niederlage bei den Brose Baskets Bamberg am zweiten Weihnachtsfeiertag hat Alba Berlin nicht in die befürchtete Krise gestürzt. Gegen den Mitteldeutschen BC gewann der Tabellenführer der Basketball-Bundesliga wieder ungefährdet mit 82:56 (38:22) – es war im 16. Spiel der 15. Sieg im deutschen Oberhaus – und feierte damit zugleich eine gelungene Generalprobe für das erste Top-16-Spiel der Euroleague am Freitag (20 Uhr) in der O2 World gegen den FC Barcelona.

Allerdings gehen die Berliner nicht ohne Sorgen in diese Partie. Denn gegen den MBC fehlte ihnen mit Jamel McLean wegen einer Magen-Darm-Erkrankung ihr bester Spieler, der bisher im Durchschnitt 15 Punkte und sieben Rebounds zu den Alba-Erfolgen beisteuerte. Clifford Hammonds hat diese Virusinfektion gerade überstanden, Center Leon Radosevic wird noch immer durch eine Rückenverletzung behindert. Beide konnten aber schon gegen die Ostdeutschen antreten.

Den Gästen war anzumerken, dass ihre jüngste Negativserie von fünf Niederlagen nicht folgenlos geblieben ist. Sie wirkten verunsichert, ihre vermeintlichen Leistungsträger wie Hördur Vilhjalmsson oder Simonas Serapinas blieben ohne zählbaren Erfolg und waren komplette Ausfälle.

Alba verteidigte von Anfang an verbissen

Alba dagegen wirkte hungrig auf eine Wiedergutmachung für die Schmach von Bamberg, verteidigte von Anfang an verbissen und erzwang viele Ballverluste beim MBC, die oft mit spektakulären Gegenstößen abgeschlossen wurden. „Wir wollten unbedingt gewinnen, vom ersten Moment an“, sagte Alba-Trainer Sasa Obradovic, „wir wollten nach Bamberg unseren Weg zurückfinden. Das ist uns gelungen.“

MBC-Trainer Silvano Poropat („Es war ein verdienter Sieg für Alba von der ersten bis zur letzten Minute“) schien der Verzweiflung nahe zu sein, wie wenig seine Spieler dem personell geschwächten Kontrahenten besonders in der Offensive entgegenzusetzen hatten. Schon Anfang des zweiten Viertels war die Berliner Führung zweistellig (26:14/11. Minute), und sie wuchs beinahe ständig an.

Schnellangriffe mit krachenden Dunkings

„Unsere starke Verteidigung hat alles leichter gemacht“, sagte Alba-Kapitän Alex King. Vor gut 9000 Zuschauern in der O2 World waren die Mitteldeutschen nie in Reichweite, eine Überraschung zu schaffen. King selbst sorgte zur Freude der Fans für die größte Showtime, als er im letzten Viertel kurz hintereinander zwei Schnellangriffe mit krachenden Dunkings beendete. Die meisten Punkte für die Gastgeber erzielten Radosevic (13), Niels Giffey (12), Reggie Redding, King (je 11) und Marko Banic (10).

Obradovic konnte es sich sogar leisten, fleißig durchzuwechseln, alle Reservisten zu bringen. Schon fünf Minuten vor dem Ende brachte er den deutschen Aufbauspieler Ismet Akpinar, wenig später den erst 17-jährigen Moritz Wagner.

Martin Seiferth beim Alba-Debüt

Zwei Minuten vor Ende des Spiels kam auch Martin Seiferth, bisher wegen eines Handbruchs in der Saisonvorbereitung außer Gefecht gesetzt, zu seinem Debüt im Alba-Dress. Und mit diesen Dreien, Akeem Vargas und Giffey ließ Obradovic fünf deutsche Spieler die Partie zum guten Ende bringen, die Youngster Wagner mit einem Dreipunktewurf unter dem Jubel des Publikums abschloss.

„Wir wollten das Jahr unbedingt mit einem Sieg beenden“, freute sich King über den gelungenen Jahresausklang, „und wenn’s dann mal gut läuft, dann läuft’s. Das haben wir in Bamberg andersherum genauso erlebt.“ Die Schlappe zu Weihnachten ist abgehakt, aber nicht vergessen, und das ist auch gut so. Obradovic kündigte jedenfalls schon mal an: „Sie alle werden im neuen Jahr an dieser Mannschaft noch ihren Spaß haben.“ Am besten schon am Freitag gegen den Favoriten aus Spanien.