Basketball

Alba Berlin fühlt sich gerüstet für die Elite Europas

Die Herausforderung ist riesig, aber die Vorfreude auch: Alba sieht den Top 16 der Euroleague voller Optimismus entgegen. Manager Mithat Demirel behauptet: „Wir müssen uns vor niemandem verstecken.“

Foto: Joan Valls / pa/ZUMAPRESS.com

Auf wen er sich denn jetzt am meisten freue, wurde Alex King gefragt. Der Mannschaftskapitän von Alba Berlin antwortete lächelnd. „Real Madrid, FC Barcelona, Panathinaikos Athen, Maccabi Tel Aviv ...“ Er hätte die Liste nur noch um Roter Stern Belgrad, Galatasaray Istanbul und Zalgiris Kaunas verlängern müssen, und die Alba-Gruppe in den Top 16 der Europaliga wäre komplett gewesen. Willkommen unter den besten Teams des Kontinents.

Von Demut keine Spur

Für die Berliner geht es dort vor allem ums Lernen – das Erreichen des Viertelfinales, wofür Platz vier noch reichen würde, erwartet niemand. Es wird heftige Niederlagen geben, vermutlich gleich zum Auftakt am 2. Januar (20 Uhr, O2 World) gegen den FC Barcelona. Nur dieser Termin und der des ersten Auswärtsspiels am 9. Januar in Kaunas stehen fest. Es wird eng im Kalender, aber das ficht die Akteure nicht an. „Das war eines unserer Ziele“, sagte Niels Giffey, „wir sehen einfach von Spiel zu Spiel.“ Center Leon Radosevic machte jedenfalls nicht in übertriebener Demut: „Wir wollen so viele Spiele gewinnen wie möglich.“

Dann müssen sie allerdings anders auftreten als am Freitag beim 67:70 gegen Cedevita Zagreb. „Darauf können wir nicht stolz sein“, gab der Kroate zu, Giffey sagte: „Wir haben den Sieg leicht hergegeben“. Aber, lobte wiederum Sportdirektor Mithat Demirel, „eine der Stärken unserer Mannschaft besteht darin, dass sie schnell aus ihren Fehlern lernt“. Das sollen die zuletzt viermal in Folge siegreichen Frankfurt Skyliners am Sonntag (17 Uhr, O2 World) zu spüren bekommen. Darauf richtet sich jetzt die Konzentration, aber die Vorfreude auf weitere 14 internationale Auftritte ist groß. Sicher größer als in München, Meister Bayern ist aus der Euroleague ausgeschieden und muss sich nun im Eurocup mit den Gruppengegnern Dijon, Ljubljana und Bamberg herumprügeln – nicht der Anspruch dieses Vereins.

Galatasaray hat auswärts noch nichts gewonnen

Stattdessen vertreten die Berliner Deutschland auf höchster Basketball-Ebene. Die hat es in sich. Real (8), Maccabi (6), Panathinaikos (6), Barcelona (2) und Zalgiris (1) haben insgesamt 23 Mal die Euroleague oder deren Vorgänger Europapokal der Landesmeister gewonnen. Aber Demirel behauptete tapfer: „Diese Gruppe ist das Beste, was uns passieren konnte. Wir müssen uns vor niemandem verstecken.“ Die Mannschaft werde daran wachsen, auch an Niederlagen. Außerdem muss man seine Gegner nicht größer machen, als sie sind. Bei Galatasaray etwa gibt es mal wieder finanzielle Probleme, die Türken haben auswärts in Europa kein Spiel gewonnen, Panathinaikos auch nur eines. „Schritt für Schritt“, sagte Alex King, „gehen wir jetzt wieder auf eine schöne Reise.“ Ins Ungewisse zwar, aber offensichtlich ohne Furcht.