Basketball

Alba feiert gegen Frankfurt den 14. Liga-Sieg in Folge

Gegen die aufstrebenden Fraport Skyliners aus Frankfurt lagen die Berliner in eigener Halle lange zurück, ehe sie am Ende mit 85:79 (43:48) gewannen.

Foto: imago sportfotodienst / Camera 4

Sasa Obradovic verließ strahlend das Spielfeld, auf dem Weg in die Kabine machte der Trainer von Alba Berlin noch einen kleinen Zwischenstopp, um seiner Frau ein Küsschen zu geben und um ein paar Fans abzuklatschen. Dann atmete er tief durch und blies die Backen auf: Geschafft! „Ich bin stolz auf den Charakter meiner Spieler“, sagte er.

Auch im 14. Spiel in dieser Saison blieb Alba in der Basketball-Bundesliga unbesiegt, am Ende stand ein 85:79 (43:48) gegen die Frankfurt Skyliners. „Das war ein hartes Stück Arbeit“, meinte ein ebenfalls erleichterter Alba-Kapitän Alex King. Denn sehr lange hatten sich die Berliner sehr schwer getan. „Wir wussten, dass wir in der zweiten Hälfte mit viel mehr Energie spielen mussten“, meinte King. „Aber dann haben uns auch die Zuschauer sehr geholfen.“

Gegen die Frankfurter, die seit sieben Pflichtspielen in der Liga und in der EuroChallenge ungeschlagen waren, zeigte Alba bis zur Pause sein schlechtes Gesicht. In der Defensive nicht aufmerksam genug (den Frankfurtern wurden in 20 Minuten 48 Punkte gestattet), im Angriff zu einfallslos und ohne Treffsicherheit. Nichts ging 43 Stunden nach der Europaliga-Niederlage gegen Zagreb. Dass die Frankfurter sehr hart agierten, dass dem Schiedsrichter-Trio Anne Panther, Steffen Neubecker und Radeesh Kattur der nötige Durchblick fehlte, das alles kann keine Entschuldigung sein.

Es gelang Alba nicht, Frankfurts Spielmacher Justin Cobbs (19 Punkte) zu kontrollieren, der nicht nur starke basketballerische Fähigkeiten besitzt, sondern auch die unangenehmen Kategorien Provozieren und Protestieren perfekt beherrscht. Mit bis zu sechs Zählern Differenz (31:37/16. Minute) lagen die Berliner vor 10.450 Zuschauern in der O2 World zurück, bei denen Reggie Redding wieder dabei war. Wegen zweier Todesfälle in der Familie weilte er zuletzt in den USA und hatte bei drei Partien gefehlt. Auch Redding war wie alle seine Mitspieler lange Zeit nicht richtig auf der Höhe. Dass sich Obradovic wegen Reklamierens in der Halbzeitpause noch ein Technisches Foul einhandelte, war auch kontraproduktiv.

Aber langsam wurde es besser bei den Berlinern. Nach langer Zeit gingen sie nach 30 Minuten erstmals wieder in Führung (65:64). Doch Frankfurt blieb dran. Aber dann übernahmen einige im Alba-Team besonders Verantwortung: Clifford Hammonds (18 Punkte), Marko Banic (16), Alex King (12) und Reggie Redding (8) waren die Männer der entscheidenden Minuten.

Redding trauert um Großeltern

Die Fans tobten, als Alba eine 12:0-Serie zum 82:72 (36.) hingelegt hatte. Noch einmal wackelte Berlin, aber dann durfte gejubelt werden.

Redding war dagegen nachdenklich. „Das war das schwerste Spiel meines Lebens.“ Erst am Sonnabend war er aus den USA zurückgekehrt, wo innerhalb von vier Tagen erst seine Großmutter und dann sein Großvater gestorben waren. „Zwei Menschen, die ich sehr geliebt habe.“ Es sei nicht sein bestes Spiel gewesen, aber es sei wichtig gewesen, „dem Team zu helfen“. Obradovic hatte ihn ohne Bedenken eingesetzt: „Es war ein Risiko, aber ich wusste, dass er dieses Spiel braucht.“