Basketball

Alba Berlin feiert Krimi-Sieg gegen Unicaja Málaga

Alba Berlin steht nach einem nervenaufreibenden Basketball-Krimi mit einem Bein in der Euroleague-Zwischenrunde. Die Berliner siegten gegen Málaga knapp mit 79:78 (37:45).

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Viele der Besucher, die am Donnerstagabend in der O2 World waren, werden damals wohl noch nicht dabei gewesen sein: Im Herbst 1990 hatte das Berliner Basketballteam, das zu diesem Zeitpunkt noch unter DTV Charlottenburg firmierte, in der Charlottenburger Sömmeringhalle seinen ersten Auftritt in einem europäischen Wettbewerb. Ein überraschendes 88:77 gegen Caja de Ronda Málaga im Korac-Cup wurde bejubelt.

Inzwischen heißen die Mannschaften Alba Berlin und Unicaja Málaga – und 24 Jahre später wurde in einer viermal so großen Arena gespielt. Aber auch diesmal triumphierten die Berliner. Welch ein Krimi: Am Ende gewann Berlin ein schon fast verlorenes Spiel mit 79:78 (37:45).

Im Hinspiel vor fünf Wochen hatten die Berliner eine ihrer besten Saisonleistungen gezeigt, aber dennoch durch einen Dreier in letzter Sekunde 84:87 verloren. „Wenn wir erneut eine solche Leistung zeigen, haben wir eine gute Chance“, hatte Albas Trainer Sasa Obradovic vorher erklärt. Das wurde nun geschafft. „Das war ein großer Sieg für uns. Ich bin sehr stolz auf jeden einzelnen Spieler. Jetzt ist die Chance sehr realistisch, die Top 16 zu erreichen“, so Obradovic. Siege gegen Cedevita Zagreb und in Limoges würden nun noch alle Zweifel wegwischen.

Gewohnt stark in der Defensive

Anfangs sah es gut aus für die Berliner, die gewohnt stark in der Defensive agierten. Nach sechs Minuten vollendete Jonas Wohlfarth-Bottermann zum 13:7. Doch dann zeigte sich: Jeder Alba-Fehler wird von den Spaniern sofort bestraft. Schnell war der Vorsprung dahin – und nach einem Málaga-Dreier in der Schlusssekunde des ersten Viertels hieß es 20:21.

Es folgte ein zweites Viertel, in dem Alba vor 9189 Zuschauern wenig gelang. Málaga machte es besser, vor allem mit Distanzwürfen. Zur Halbzeitpause hatte der Tabellendritte der spanischen Liga bereits sieben Dreier (Alba nur zwei) verwandelt. Offensiv fiel Alba zu wenig ein. Beim 31:37 (16. Minute) nahm Typisch waren erneut die letzten viereinhalb Sekunden vor der Pause. Málaga schaffte es, den Ball in der verbliebenen Spielzeit in Albas Hälfte zu bringen. Und – natürlich mit der Sirene – saß ein Dreier zum 37:45.

Es ging gerade so weiter, weil gleich Málagas Grieche Kostas Vasileiadis (15 Punkte) mit einem Distanzwurf zum 37:48 traf. Er war übrigens auch der Matchwinner in Málaga gewesen. Alba kämpfte aufopferungsvoll, aber nachdem man herangekommen war (49:52), ging die Kurve auch gleich wieder runter: 51:61 (29.). Málaga traf, Alba nicht, vergab sehr viele Chancen.

Trotz Rückstand nicht aufgegeben

Aber Aufgeben gibt es für dieses Alba-Team nicht. Bis auf 63:65 kämpfte man sich heran, weil jetzt sogar die eigenen Dreier fielen, wie von Niels Giffey und Cliff Hammonds. Marko Banic glich zum 65:65 aus. Die Halle bebte, als Alex Renfroe erst das 68:65 und dann das 70:65 (36.) besorgte. Málaga blieb dran, 77:77 26 Sekunden vor Schluss. Unglaublich: Sieben Sekunden vor Schluss verlor Alba den Ball, es gab Freiwürfe für die Spanier: Einer ging vorbei, einer saß – 77:78. Berlin hatte noch sechs Sekunden Zeit. Kurz vor der Schlusssirene traf Redding (bester Werfer mit 17 Punkten) zum 79:78. Nach Studium der Fernsehbilder hatte Málaga noch 0,2 Sekunden Zeit. Das reichte nicht. Dann wurde gefeiert.