Basketball

Braunschweiger Löwen beißen gegen Alba nur zehn Minuten

Der Bundesliga-Tabellenführer gab sich auch gegen die Löwen aus Braunschweig keine Blöße. Alba gewann 80:63, feierte den neunten Bundesligasieg der Saison und bleibt ungeschlagener Tabellenführer.

Foto: Ingo Wagner / dpa

Braunschweigs Löwen bleiben in Berlin gern gesehene Gäste. Passend zu Albas 25-jährigem Jubiläum gelang den Berlinern gegen die Niedersachsen der 25. Heimsieg in Folge. Mit dem erneut souveränen Auftritt des Teams von Sasa Obradovic beim 80:63 (51:33) vor 9840 Zuschauern hielt auch eine weitere Serie: Alba ist nach dem neunten Spiel als einziges Team in der Bundesliga noch ungeschlagen und somit Tabellenführer.

Die Partie begann, wie es zu befürchten war. Alba hatte noch am Donnerstag in Moskau eine deftige 66:95-Lehrstunde von ZSKA bekommen, die Braunschweiger sich eine ganze Woche darauf eingeschworen, dass genau sie es sein könnten, die Alba die erste Saisonniederlage beibringen würden. Und danach sah es auch aus – in den ersten Minuten. Die Löwen, unter ihnen die mit Applaus bedachten ehemaligen Alba-Spieler Immanuel McElroy und Derrick Allen, ließen die Dreier fliegen, die Berliner lagen ohne Leon Radosevic, dessen Rücken eine Pause brauchte, mit 2:11 (4.) zurück.

„Ich wusste, dass wir nach dem Spiel in Moskau nicht das beste Selbstvertrauen haben würden“, sagte Obradovic, der ansonsten allerdings nur wenig kritisierte. „Das Thema, nach großen Gegnern in Europa in der Bundesliga bestehen zu müssen, wird uns bleiben. Ich bin zufrieden mit dem Resultat und damit, wie wir gespielt haben.“

Im zweiten Viertel gab es eine Gala des Tabellenführers

Dass Akeem Vargas, immer mehr auch ein gefährlicher Distanzschütze, Alba zum Ende des ersten Viertels erstmals in Führung brachte (22:21), war nur ein Zwischenstopp der Gala der Hausherren, die in den kommenden Minuten folgen sollte. Die Berliner waren erneut das Lehrbuchbeispiel dafür, dass eine konsequente und bissige Verteidigung die Offensive beflügelt. Coach Obradovic wechselte seinen ganzen Kader flott durch, um diese Tugenden am Leben zu erhalten. Die Gäste machten bis zur Halbzeit noch zwölf, Alba hingegen 29 Punkte. Beim 51:33 war der Schaden der ersten Minuten nicht nur repariert, sondern die Partie entschieden.

Womit auch das Selbstvertrauen pünktlich vor dem Europaliga-Spiel am Donnerstag (20.15 Uhr, O2 World) gegen Unicaja Malaga sichtlich wieder stimmte. „Wenn wir das gewinnen, sind wir zu 90 Prozent in den Top 16“, glaubt Obradovic. Dass ein Sieg drin ist, bewies Alba im Hinspiel, das erst in letzter Sekunde mit 84:87 verloren ging. „Das haben wir abgehakt“, sagt Alex Renfroe und verspricht: „Wir machen wirklich noch sehr viele kleine Fehler, beachten Sachen nicht, vor denen uns die Coaches gewarnt haben. Wenn wir mental noch zulegen, können wir sehr viel besser spielen.“

Eine Siegchance hatten die Braunschweiger nie

Die Braunschweiger zeigten sich nach der Pause halbwegs erholt. Mehr als ein Achtungszeichen war aber nicht drin. Dazu ist Alba derzeit durchgängig zu bissig und vor allem zu geduldig, wenn es mal nicht läuft. Irgendwo in den Hinterköpfen scheint zu stecken: Wir haben in Malaga, Moskau und Zagreb schon ganz andere Sachen erlebt. Die Löwen kamen noch mal auf 57:48 (28.) und 68:58 (35.) heran. Eine Siegchance hatten sie nie, wobei auch Youngster Ismet Akpinar den Berlinern mithelfen durfte, der in den Schlussminuten einen Dreier und zwei Freiwürfe traf.