Basketball

Wenn der Champion aus der NBA mitten in Berlin landet

Am Mittwoch spielen die San Antonio Spurs gegen Alba Berlin. Ihren Besuch nutzen die US-Boys aber auch als Werbekampagne für die NBA. Am Potsdamer Platz wurden sie freundlich empfangen.

Foto: Paul Zinken / dpa

Familie Weber ist aus Düsseldorf zu Besuch, Vater, Mutter und vier Jungs. Am Potsdamer Platz machen sie Halt, da ist nämlich gerade ordentlich Krach. Ein großes Zelt ist aufgebaut, darunter ein Basketballkorb, auf den alle mal werfen dürfen und kleine Übungen absolvieren, wenn sie sich artig anstellen. Danach gibt es ein Foto mit Sean Elliott, den zwar keiner von ihnen kennt, der aber auffällig gut Freiwürfe verwandelt. Vater Weber sagt, dass er sich nicht für die NBA interessiere, doch das stört jetzt gar nicht. Ebenso wenig, dass einer der Jungs zwar ein Cleveland-Basecap trägt, das jedoch nicht von den Basketballern der Cavaliers stammt, sondern von den Browns, einem Footballteam aus der NFL.

Pläne zu expandieren

Egal, die Sonne scheint, alle haben gute Laune. Die Basketball-Profiliga NBA ist in Berlin gelandet, erst am Sonnabend mit einer großen Chartermaschine und nun hier. An Bord war der Champion San Antonio Spurs, der am Mittwochabend in der O2 World einen Showkampf gegen Alba Berlin bestreitet. Das Spiel ist längst ausverkauft, Werbung müsste also nicht sein, aber es gehört zu den Reisen um die Welt dazu. Zumal die US-Liga immer mal wieder Pläne schmiedet, nach Europa zu expandieren. „Die Fanzone ist dazu gedacht, den Berlinern das NBA-Gefühl näher zu bringen“, sagt Maik Matischak, NBA-Direktor für Kommunikation in Europa, Afrika und Naher Osten.

Das gelingt ganz gut, Passanten kommen und gehen, doch mindestens hundert Schaulustige sind immer da. „So ist das gewollt“, sagt Matischak, „die Leute sollen stehen bleiben und Spaß haben. Man sieht: Die Liebe zum Sport ist schon da.“ Auch ohne Insiderwissen. Dass Sean Elliott mal Weltmeister war und in seiner 2001 beendeten Karriere im Durchschnitt gut 14 Punkte pro Spiel machte – geschenkt. Auch die aktuellen Champions Tiago Splitter und Patrick Mills, die zur Freude der Kinder fleißig Autogramme schreiben, tragen zur guten Stimmung bei, sie sind Stars zum Anfassen.

Tiago Splitter hat schon zweimal gegen Alba gespielt

Nur die Experten mögen auch wissen, dass Tiago Splitter, ein Brasilianer, schon zweimal in Berlin gegen Alba angetreten ist, in der Europaliga mit seinem damaligen Klub Tau Vitoria. In den USA ist er ein sehr bekannter Mann, hier könnte er normalerweise unbehelligt über den Potsdamer Platz flanieren. „Aber das“, sagt NBA-Direktor Matischak, „geht Bastian Schweinsteiger nicht anders, wenn er durch New York spaziert.“

Bis Mittwoch noch gibt es die Fanzone, an diesem Montag werden von den Spurs Corey Joseph und Kawhi Leonard erwartet, dazu Alba-Trainer Sasa Obradovic und seine Spieler Akeem Vargas und Jonas Wohlfarth-Bottermann. Dann soll es sogar ein kleines gemeinsames Trainingsprogramm mit 60 Kindern geben.

Der junge Mann aus Malaysia kennt sich aus mit den NBA-Stars

Splitter wird nicht wiederkommen, weshalb Wan Kok Jia schnell noch ein Foto von sich und dem Center schießen lassen muss. Der junge Mann stammt aus Malaysia, hat in London studiert und ist auf Durchreise in Deutschland. Was für ein Glück, hier sein zu können. Eben noch hat er sich gegen Elliott in einem Wurfwettbewerb gemessen. Und Splitter, kennt er den wirklich? Was für eine Frage, scheint sein Blick zu sagen. „Der ist doch NBA-Champion.“ In Malaysia scheinen sie da schon ein bisschen weiter zu sein.