Frank Buschmann, 49, gilt als die Stimme des Basketballs im Fernsehen (Sportkanal, DSF, Sport1). Nachdem der Vater zweier Töchter und ehemalige Zweitligaspieler zuletzt in seinem Lieblingsmetier pausierte, steht „Buschi“ nun an der Spitze der Reporter der Internetplattform telekombasketball.de, auf der künftig alle Spiele der Bundesliga übertragen werden.

Berliner Morgenpost: Herr Buschmann, vor über 20 Jahren haben Sie Ihr erstes Basketballspiel im Fernsehen kommentiert. Erinnern Sie sich noch an die Anfänge, als Basketball mit miefigen Turnhallen in Verbindung stand?

Frank Buschmann: Klar. Das geht jetzt nicht gegen die Klubs, aber damals in Trier und in Hagen habe ich am Kommentatorenplatz noch auf dem Mattenwagen gesessen. Das hatte schon einen speziellen Charme.

Da waren Sie dann auch bei Alba in der Sömmeringhalle.

Natürlich. Gerade Berlin zeigt sehr schön die Entwicklung, die die Liga genommen hat. Erst eben die Sömmeringhalle in Charlottenburg, dann die Schmeling-Halle, was schon ein ganz großer Schritt war – und jetzt haben wir diesen Riesenkasten O2 World. Es liegen Welten zwischen damals und heute.

Wie sehen Sie denn die Entwicklung der BBL insgesamt?

Ich war immer ein kritischer Begleiter der Liga, aber ich muss sagen, dass sie inzwischen sehr professionell ist. Standards bei Hallen und speziellen Ausstattungen halte ich für sehr wichtig für die Außendarstellung. Und wirtschaftlich wie sportlich ist die Liga ebenfalls einen guten Weg gegangen. Es spricht auch für die Qualität der BBL, dass starke Ausländer wie Vasilije Micic oder Vladimir Stimac (Anm. d. Red.: Zugänge bei Bayern München) in die Liga gewechselt sind. Auch in Bamberg oder Berlin spielen heute Ausländer, die vor drei, vier Jahren noch nicht nach Deutschland gewechselt wären.

Sie kommentieren sehr emotional, manchen ist das zu emotional, zu marktschreierisch. Immer wieder heißt es im Zusammenhang mit Ihnen, Sie würden polarisieren...

Ja, ja. Also: Ich bin inzwischen viel ruhiger geworden. Man mag das kaum glauben. Und im Hinblick auf das angebliche Polarisieren muss ich ein bisschen desillusionieren. Das wird immer wieder rausgeholt, stimmt aber nicht mehr, weil die Reaktionen zu 80 oder 85 Prozent positiv sind. Dass es immer Leute gibt, die, wenn du es nicht machst wie jeder andere, sagen, der geht mir auf den Sack, finde ich normal und ist völlig legitim. Ich habe nicht den Anspruch, dass jeder toll findet, was ich mache.

Kritik ärgert Sie nicht?

In einer Hinsicht schon: Wenn in irgendwelchen Foren einem Leute unterstellen, man habe überhaupt keine Ahnung von der Sportart. Das ist der einzige Vorwurf, den ich ins Reich der Fabel verweise. Diesen Sport verstehe ich. Dass ich mal Fehler mache und – vor allem früher – mal überzogen habe, vielleicht auch ein bisschen mein Anderssein gepflegt habe, das will ich gar nicht abstreiten. Das ist aber lange vorbei. Ich bin so, wie ich bin – und kommentiere, wie ich kommentiere. Es war in keiner Phase meines Lebens mein Wunsch, Everybody’s Darling zu sein.

Sie haben aber schon einen neuen Reporterstil kreiert.

Als ich auf die Bildfläche kam und Spiele der Nationalmannschaft bei Europa- und Weltmeisterschaften kommentiert habe, hat manche extrem gestört, dass da auf einmal einer saß, der richtig mitgefiebert hat. Das war etwas völlig Neues. Heute rühmen sich die populären nachrückenden Fußball-Reporter damit, dass sie emphatisch sind. Bei mir hieß es früher gleich: Wie kann man einen Fan ans Mikrofon lassen?

Einer Ihrer berühmtesten Sprüche lautet: „Am Ende kackt die Ente...“ Also: Wer wird denn am Ende Deutscher Meister?

Ich glaube, dass die Bayern der Klub und die Mannschaft sein werden, die das Maß vorgeben, weil ich sie für die tiefste Mannschaft halte. Und direkt dahinter sehe ich Alba und Bamberg. Wir werden es wieder mit den drei großen B’s zu tun haben.