Basketball

Der erste Titel von Alba Berlin macht Lust auf mehr

Der Sieg im Spiel um den Champions Cup gegen Bayern München zeigte, dass Alba Berlin auch in der neuen Basketball-Saison ein Titelanwärter ist. Mit seinen Verstärkungen wirkt der Pokalsieger noch stärker.

Foto: Oliver Mehlis / dpa

Das größte Lob kam vom Gegner. „In den ersten zwanzig Minuten war nur eine Mannschaft mit Siegeswille von der ersten Sekunde an auf dem Feld“, sagte Emir Mutapcic, Assistenztrainer des deutschen Basketball-Meisters Bayern München, „unsere Leistung heute hingegen war weit entfernt von unserem Talent.“ Sasa Obradovic lächelte. Der Trainer von Alba Berlin konnte anders als sein Gegenüber zufrieden sein, und er war mehr als das. „Ich bin sehr glücklich“, sagte er nach dem 76:68 (47:25)-Erfolg im Spiel um den Champions Cup, „wichtig ist, dass wir gewonnen haben und Selbstvertrauen daraus ziehen.“

Wie ein Versprechen

Ein gutes Gefühl zu bekommen, ist das Wichtigste in diesem Moment. Niemand weiß ja, wohin der Weg der Berliner führt, die eine Handvoll neue Spieler integrieren müssen in eine Mannschaft, die bereits vergangene Saison so angenehm durch ihre Geschlossenheit überrascht hatte. Da ist ein Sieg über den Meister wie ein Versprechen. Wird der Meisterschaftsfinalist und Pokalsieger jetzt, wo niemand mehr überrumpelt sein wird von den Verteidigungs- und Teamqualitäten Albas, ähnlich stark abschneiden? Oder gar noch stärker?

Letzteres ist das Ziel, das zumindest von dem einen oder anderen Spieler schon mal ausgesprochen wird. Center Leon Radosevic hat etwa erklärt, dass er im zweiten Anlauf Meister werden will. „Ich möchte um Titel spielen, und das war ja heute schon mal einer“, sagte auch Jung-Nationalspieler Akeem Vargas. Er hoffe sehr, dass sich die Mannschaft noch besser entwickele als vergangene Saison, dass die Neuen dem Team noch mehr Qualität gäben. „Das war heute ein Schritt in die richtige Richtung“, fand er.

Erstaunliches Debüt von Marko Banic

Flügel Niels Giffey etwa zeigte nicht nur wegen seiner 13 Punkte und guter Dreierquote eine sehr starke erste Vorstellung vor Berliner Publikum. Er traute sich was und wurde dafür oft belohnt. Übertroffen wurde er noch von Jamel McLean, der als neuer Center und Power Forward unter den Körben mit seiner Beweglich- und Schnelligkeit mächtig Betrieb machte und mit 15 Punkten Top-Scorer war. Ebenfalls erstaunlich war das Debüt von Marko Banic, erst am Mittwoch nachverpflichtet. „Der stand eigentlich immer an der richtigen Stelle“, wunderte sich auch Marco Baldi. Der Alba-Geschäftsführer fügte allerdings hinzu: „Alle Teams stecken in der Vorbereitung. Man sollte das jetzt nicht zu hoch hängen.“

Trotzdem hat ihm natürlich so wie den gut 11.000 Zuschauern in der O2 World gefallen, wie intensiv und schnell sein Team unterwegs war. „Wir haben eine junge Mannschaft, jünger noch als letztes Jahr“, sagte Baldi, „da sind Erfolgserlebnisse wichtig. Das kann auch nach hinten losgehen.“ Gegen die finanziell überlegene Konkurrenz aus München oder Bamberg müsse Berlin seine Unbeugsamkeit in die Waagschale werfen. Was vor allem fehlt, ist internationale Erfahrung, die außer Banic und Clifford Hammonds niemand in der Mannschaft hat. Aber Talent und Erfahrung, das haben die Bayern sicher als Warnschuss verstanden, reichen manchmal nicht gegen Leidenschaft.