Basketball

Alba fühlt sich durch Wildcard für Euroleague bestätigt

Späte Belohnung für hervorragende Saison: Alba Berlin erhielt eine Wildcard für die Basketball-Euroleague. Das soll dem Verein helfen, seinen Trainer zu halten und weitere gute Spieler zu holen.

Foto: Kay Nietfeld / dpa

Die Saison ist seit neun Tagen vorbei, und sie endete für Alba Berlin mit einer Niederlage. Ausgerechnet den ungeliebten Bayern musste die Mannschaft von Trainer Sasa Obradovic die deutsche Basketball-Meisterschaft überlassen, und das in eigener Halle. Trotzdem waren es erfolgreiche Monate für das junge Team: mit dem Einzug in die Endspielserie, dem deutschen Pokalsieg und dem Erreichen des Viertelfinales im Eurocup. Offenbar wird dies auch außerhalb Deutschlands so gesehen. Die Vorstandsmitglieder der Euroleague vergaben am Mittwochabend eine Wildcard an die Berliner für die höchste kontinentale Spielklasse.

Was die Vorfreude auf die nächste Saison noch erhöht. Zunächst auf die Auslosung der vier Vorrundengruppen am 10. Juli in Barcelona. Da warten nun wieder Gegner wie Real Madrid, Panathinaikos Athen, ZSKA Moskau oder Titelverteidiger Maccabi Tel Aviv im Lostopf. „Eine schöne Bestätigung unserer Arbeit“, sagt Alba-Geschäftsführer Marco Baldi. „Unsere erfolgreiche Saison gepaart mit unserer wirtschaftlichen Stabilität und dem großen Zuschauerzuspruch wurde honoriert.“ Zum zehnten Mal starten die Berliner in der Euroleague, zum zweiten Mal nach 2012/13 mit Hilfe der Wildcard. Alba bekommt als Nachrücker den Platz des bisherigen A-Lizenz-Inhabers Montepaschi Siena. Als Deutscher Meister hat sich Alba zuletzt 2008 qualifiziert.

„Das ist eine riesige Herausforderung“, sagt Sportdirektor Mithat Demirel, „aber wir werden ein konkurrenzfähiges Team haben.“ Die meisten Spieler haben noch einen Vertrag für die kommende Saison. Anfang der Woche soll die Königspersonalie geklärt werden: Bleibt Obradovic oder nicht? Angeblich hat der Serbe Angebote aus Spanien und der Türkei. Als Spieler verließ er 1997, dem Ruf des Geldes folgend, Berlin Richtung Rom.

Die teuersten Spieler gehen nach Bamberg oder München

Mit der Euroleague hat Alba nun ein weiteres Argument, zu bleiben. Oder für potenzielle Zugänge: zu kommen. „Der Rahmen steht, wir werden jetzt an einigen Stellschrauben drehen“, kündigt Demirel an. Allerdings bei gleichbleibendem Etat. Mit Daniel Theis hat gerade ein Spieler in Bamberg unterschrieben, den die Berliner auch gern geholt hätten. „Er lag finanziell über unseren Möglichkeiten“, erklärt Berlins Sportdirektor.

Die Rolle des Krösus, die Alba über Jahre innehatte, ist längst dahin; diese nehmen Bamberg und Meister Bayern ein. Die nächsten spannenden deutschen Akteure, die bald ihre Zukunftsentscheidung verkünden werden, sind College-Meister Niels Giffey und der Würzburger Maximilian Kleber. Interessant sind beide für Alba, finanzielle Experimente werde es jedoch nicht geben, sagt Demirel: „Wir werden mit unseren Möglichkeiten weiter unseren Weg gehen“. Er fügt hinzu: „Die Lücke zur Konkurrenz, die letztes Jahr schon da war, darf nicht größer werden. Da müssen wir dran arbeiten.“ Sonst wird die Euroleague vielleicht irgendwann eine Nummer zu groß für Alba. Mit oder ohne Wildcard.