Der Empfang des Basketball-Teams von Bayern München dürfte am Mittwoch in der O2 World (19.30 Uhr, Sport1) noch „herzlicher“ ausfallen als je zuvor. Allerdings dürfte die Rolle des Buhmanns nach den Attacken von Coach Svetislav Pesic und seinem Sohn Marko, dem Geschäftsführer der Bayern, neu besetzt werden. Bislang wurde der „verlorene Sohn“ Heiko Schaffartzik mit besonders lauten Pfiffen bedacht. Diesmal dürfte diese „Ehre“ dem Bayern-Trainer, eigentlich ja ein Alba-Held, zuteil werden.
Es bleibt allerdings abzuwarten, ob das feindliche Ambiente Pesic und sein Team nicht besonders beflügeln wird, die erste Deutsche Meisterschaft der Bayern seit 1955 ausgerechnet in Albas Arena zu feiern, dort, wo sie so wenig geschätzt und schlecht behandelt werden.
Die Gefahr einer solchen Anti-Party besteht: Die Bayern führen in der „Best-of-five“-Serie des Finales zur Deutschen Meisterschaft mit 2:1. Noch ein Sieg und sie sind Meister. Alba muss in eigener Halle siegen, um ein fünftes und entscheidendes Spiel am Sonntag in München zu erzwingen.
„Wir leben noch“, sagt Albas Spielmacher Clifford Hammonds in dem Wissen, dass er vor einer Aufgabe steht, die er noch nicht mal vor einer Woche bravourös lösen konnte. Da schlug Alba die Bayern in Spiel zwei der Serie vor über 12.000 Zuschauern in der O2 World 95:81, zeigte eines der besten Spiele der Saison. Zudem gab es in den bisherigen drei Partien des Final-Duells drei Heimsiege. Ein fünftes Spiel ist deshalb nicht unwahrscheinlich.
Hammonds setzt auf den Heimvorteil
„Der Heimvorteil hat den Bayern in der zweiten Halbzeit des dritten Spiels sehr geholfen“, sagt Hammonds. „Jetzt ist es an uns, von der Unterstützung unserer Fans zu profitieren. Wir wissen, dass das für uns ein Alles-oder-Nichts-Spiel wird, aber wir geben nicht auf und haben die Serie längst noch nicht verloren.“
Bei dem Heimsieg hat Alba den Ball vor allem aus der Distanz mit atemberaubender Sicherheit im Korb der Bayern versenkt. In den beiden Auswärtsspielen jeweils nur zu Beginn der Partie. Eine der Folgen war, dass, die Langen in Korbnähe, wie Leon Radosevic, Levon Kendall oder Jonas Wohlfarth-Bottermann, als die Dreier nicht mehr fielen, keinen Rhythmus hatten. Zudem habe es sein Team versäumt, „die richtige Intensität in der Verteidigung aufzubauen, die uns dann in der zweiten Halbzeit, als unsere Würfe nicht mehr so gut fielen“, sagt Sasa Obradovic. „Unsere Balance zwischen Inside- und Outside-Spiel war nicht gut", bemängelte Albas Coach. „In Berlin werden wir versuchen, das gleiche wie im vorherigen Heimspiel zu tun.“




