Basketball

Alba verliert drittes Spiel und gibt Bayern zwei Matchbälle

Die Berliner unterliegen im dritten Match der Best-of-Five-Serie den Münchnern mit 86:92. Jetzt können die Bayern am Mittwoch in der Hauptstadt alles klar machen.

Foto: dpa

Die Hürde zur neunten Meisterschaft der Klubgeschichte ist für die Basketballmannschaft von Alba Berlin seit Sonntagnachmittag um ein Vielfaches höher.

Das Team von Sasa Obradovic verlor in der „Best-of-five“-Serie des Finales zur Deutschen Meisterschaft bei Bayern München das dritte Spiel mit 86:92 (48:39). Nach einem schwachen dritten Viertel, in dem die Berliner mit 18:27 ihre Führung verloren, liegen sie in der Serie jetzt mit 1:2 zurück. Verliert Alba am kommenden Mittwoch in der Berliner O2 World (19.30 Uhr, Sport1) erneut, sind die Bayern Meister. Nur mit einem Sieg kann Alba ein alles entscheidendes Spiel am Sonntag darauf in München erzwingen.

„Das Spiel am Mittwoch hätten wir sowieso gewinnen müssen“

„Für uns hat sich nicht viel geändert“, zeigte sich Sportdirektor Mithat Demirel gefasst. „Das Spiel am Mittwoch hätten wir sowieso gewinnen müssen. Wir haben die Bayern in der zweiten Halbzeit das Tempo kontrollieren lassen. Das hatten wir im zweiten Spiel in Berlin besser gemacht und daran müssen wir wieder anknüpfen.“

Die Berliner lagen anfangs leicht in Rückstand, was erst kein so schlechtes Zeichen war. Denn im ersten Spiel der Serie hatten sie die Bayern in deren Halle in den ersten Minuten nahezu an die Wand gespielt, dann aber doch mit 81:88 verloren.

Robin Benzing und Malcolm Delaney trafen für die Gasgeber schnell aus der Distanz, Jan-Hendrik Jagla und Leon Radosevic hielten Alba in Schlagdistanz. Obradovic brachte bereits im ersten Viertel zehn und sein Gegenüber Svetislav Pesic neun Spieler zum Einsatz und als auf beiden Seiten die Zeit für die ersten Wechsel kam, hatten die Bayern wesentlich mehr Mühe, ihre Angriffe erfolgreich abzuschließen. Einmal fanden sie sogar innerhalb der vorgeschriebenen fünf Sekunden keinen Empfänger für einen Einwurf, was auch zeigte: Albas Prunkstück, die Verteidigung, stand gut.

Noch fliegen die Dreier

Große Coaches werden nicht müde zu erklären, dass Mannschaften aus erfolgreicher Defensivarbeit Selbstvertrauen für das Spiel im Angriff generieren. Die Minuten vier bis sechs in München können dafür jederzeit als Beispiel herangezogen werden. Drei Dreier in Folge von Clifford Hammonds, Reggie Redding und David Logan machten in kürzester Zeit aus einem 7:10 ein 16:10 (6.). Die erste Duftmarke war gesetzt, allerdings kämpften sich Hausherren, angeführt von Delaney, der bereits in der ersten Halbzeit 17 seiner insgesamt 26 Punkte machte, sofort wieder heran.

Der kleinen Dreier-Serie, mit der sich Alba zuvor im Angriff warm geworfen hatte, folgte beim Stand von 20:20 (10.) die nächste. Erst traf Alex King, dann Logan und dann wieder King und die Berliner führten erstmals mit 29:20 (24.) etwas deutlicher. Die Bayern haben ja wie auch Alba die ganze Saison über, in Europa und der Bundesliga, zahlreiche Krisen überstehen müssen, und so reagierte Pesics Team alles andere als panisch, obwohl es einige Probleme zu lösen galt. Center John Bryant und Flügel Deon Thompson musste der Bayern-Coach aus dem Spiel nehmen, weil sie bereits mit jeweils drei Fouls belastet waren. Wieder mal war es Delaney, der sein Team per Dreier und mit zwei Freiwürfen heran heranbrachte (32:33/16.). Noch aber traf Alba, diesmal durch Redding und zweimal Logan, vorzüglich aus der Distanz. Der Ansturm der Bayern war abgewehrt, Alba führte zur Halbzeit 48:39. „Unsere Defense steht“, sagte Alex King zur Pause.Wenn wir den Ball gut bewegen und weiter unsere Würfe, haben wir hier eine gute Chance zu gewinnen.“

Bei den Rebounds unterlegen

Beide Wünsche erfüllten sich nicht. Sein Team konnte nicht die exzellente Wurfquote halten, zudem wurde es hektischer und ruppiger. John Bryant, trotz seiner Foulbelastung, und Heiko Schaffartzik schmolzen den Berliner Vorsprung schnell ein (53:52/24.). Wenn die Würfe nicht mehr so fallen, werden die Rebounds wichtiger und die Partie kippte auch, weil sich die Bayern am Ende mit einem Verhältnis von 43:29 die Hoheit unter den Körben sicherten, und dabei allein 13 Offensiv-Rebounds holten.

Nach dem Ende des dritten Viertels (60:60) war die Führung endgültig dahin. Alba lief jetzt hinterher, traf aber nicht mehr. Zwei späte Dreier von Sven Schultze zum 84:90 eine gute Minute vor Schluss ließen noch etwas Hoffnung aufkommen, aber Delenay machte den Sack zu. „Es war wieder eine richtige Schlacht, vor allem in der zweiten Halbzeit sehr physisch“, sagte Demirel, „wir hatten unsere Chancen, aber haben sie nicht genutzt.“