Es war eine freundschaftliche Verabschiedung. „Mach’s gut, wir sehen uns ja bald wieder.“ Sasa Obradovic und Tyron McCoy gingen am Sonntagabend auseinander in dem Wissen, dass ihre Teams sich am Dienstag in Quakenbrück erneut gegenüberstehen. „Wir müssen genau mit dieser Intensität, die wir heute gezeigt haben, auch dort antreten“, forderte Obradovic, der Trainer von Alba Berlin, gleich. Sein Kollege von den Artland Dragons war sich sicher: „Das wird wieder ein ganz enges Spiel.“
Alba gegen die Dragons, die Vierte. Wenn die Berliner am Dienstag (19.30 Uhr, Sport1) im Artland antreten müssen, steht für Albas Geschäftsführer Marco Baldi fest: „Die Dragons stehen mit dem Rücken zur Wand, das ist gut für uns.“ Nach dem 74:68 am Sonntag sind die Berliner in der Halbfinalserie (Modus „Best of five“) mit 2:1 ins Führung gegangen. Noch ein Sieg – und die im Sommer 2013 komplett neu zusammengestellte Mannschaft stünde im Finale. Sollten die Quakenbrücker ausgleichen, käme es am kommenden Donnerstag in der O2 World zum alles entscheidenden fünften Spiel.
Doch Alba will „den Sack zumachen“, wie es Alex King ausdrückte. Alle wissen, was in der „Drachenhölle“ genannten Halle im Artland auf sie zukommt. Höchstens noch in Bamberg ist die Stimmung so aggressiv, der Lärm so infernalisch wie in der lediglich 3000 Zuschauer fassenden „Artland-Arena“.
Seit drei Jahren haben die Berliner dort nicht mehr gewonnen. „Aber am Dienstag wird der erste Sieg kommen“, sagte Akeem Vargas voller Selbstbewusstsein. Vor allem ihre Defensivleistung in Spiel drei ließ die Berliner am Montag optimistisch mit der Bahn gen Quakenbrück fahren. „Unsere Spielmacher standen total unter Druck“, gab McCoy zu.
Auch Topscorer David Logan erledigt Drecksarbeit
Insgesamt war der Schlüssel zum Sieg, dass Berlin – defensiv wie offensiv – als Team spielte. 16 Assists gegenüber nur sechs von den Artland Dragons dokumentieren das deutlich. Dieses bedingungslose Miteinander hat Alba in dieser Saison zum Pokalsieger gemacht, hat die Mannschaft ins Viertelfinale des Eurocups und nun bis ins Play-off-Halbfinale geführt. „Unbeugsamkeit“ sei das Markenzeichen der Mannschaft, sagte Baldi. Eine Eigenschaft, die nur als Gruppe funktioniert. Und der sich nicht nur in der Defensive jeder unterordnen muss.
Nur so kann die Intensität über das ganze Spiel hochgehalten werden. „40 Minuten Terror-Defense“, versprach Vargas schon mal für den Dienstag. Der Wille werde entscheidend sein, meinte Baldi. Und der ist beim Alba-Jahrgang 2013/2014 besonders stark ausgeprägt. Auch bei Topscorer David Logan, einem Mann, der schon bei europäischen Topklubs unter Vertrag stand, der sich aber auch für keine Drecksarbeit zu schade ist.
Als es am Sonntag in der Offensive nicht so lief, legte er alle Energie ins Verteidigen. Kein Lamentieren wegen der vergebenen Würfe. Wobei Baldi im Zusammenhang mit Logan doch einen Kritikpunkt anmerkte: „Manchmal warten die anderen zu sehr darauf, dass David wirft. Wir haben viel mehr Optionen.“




