Nach Artland-Pleite

Albas Sportdirektor Demirel schimpft auf Schiedsrichter

Die Berliner Basketballer haben in Quakenbrück im zweiten Playoff-Halbfinale einen greifbaren Sieg aus der Hand gegeben. Schuld daran ist für den Sportdirektor auch das Schiedsrichter-Gespann.

Foto: Boris Streubel / Bongarts/Getty Images

Nach der unnötigen 84:91(44:37)-Pleite im zweiten Halbfinal-Spiel bei den Artland Dragons hadern die Basketballer von Alba Berlin mit den Unparteiischen. „Mit so einem Foul- und Freiwurf-Verhältnis kann man nur sehr schwer gewinnen“, sagte Sportdirektor Mithat Demirel. So verpassten die Hauptstädter eine Vorentscheidung in der Best-of-Five-Serie und stehen am kommenden Sonntag (18.30) in eigener Halle beim dritten Aufeinandertreffen nach 1:1 Siegen wieder gehörig unter Druck.

„Wir haben Jungs in der Kabine sitzen, die denken, man hätte ihnen dieses Spiel geklaut“, beschrieb Demirel die Stimmung bei Alba. Auf die Frage, wer denn die Diebe seien, wich der ehemalige Nationalspieler aus: „Wir sagen schon die ganze Saison nichts zu den Schiedsrichtern. Wer das Spiel im Fernsehen gesehen hat, kann sich ja ein eigenes Bild machen.“ Ein kurzer Blick in die Spielstatistik scheint Demirels implizierten Vorwürfe jedenfalls zu untermauern: 41 Freiwürfe bekamen die Dragons zugesprochen, mehr als doppelt so viele wie die Berliner.

Entsprechend nahm der Sportdirektor seine Mannschaft in Schutz: „Die Jungs waren von Anfang an voll da und haben das Spiel eigentlich gut kontrolliert.“ Tatsächlich ließ die bissige Verteidigung der Hauptstädter nur wenig zu, während die beiden Distanzschützen David Logan und Jan Jagla (beide 18 Punkte) teils schön herausgespielte Würfe eiskalt verwandelten. „Wir haben in dieser schwierigen, hitzigen Atmosphäre guten Basketball gespielt“, fand Demirel.

Alba will das Spiel so schnell wie möglich vergessen

Doch auch eine andere Statistik zeigte eine bemerkenswerte Tendenz: Während die Albatrosse beim ersten Aufeinandertreffen noch die Bretter dominiert hatten, ging das Rebound-Duell am Mittwoch klar an Artland (38:22). Gerade dieses Verhältnis sagt viel über die starke Willenskraft der Quakenbrücker aus, die sich trotz der optischen Überlegenheit Albas stets im Spiel hielten.

Die Hauptstädter konnten sich hingegen nie entscheidend absetzen und wurden im Schlussviertel überrumpelt. „Die Dragons haben einen guten Charakter“, lobte Alba-Coach Sasa Obradovic den Gegner. Seiner eigenen Mannschaft verordnete der dagegen Amnesie: „Wir müssen dieses Spiel so schnell wie möglich vergessen und uns auf die Partie am Sonntag konzentrieren.“