Basketball

Alba muss sich auf neuen Spielmacher bei Bonn einstellen

Am Freitag trifft das Berliner Basketballteam auf die Telekom Baskets, die erst vor wenigen Wochen einen herben Verlust zu verkraften hatten. Bereits mehr als 11.000 Ticktes sind verkauft.

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Bonn zum Fünften. Gegen keinen Konkurrenten hat das Basketballteam von Alba Berlin in dieser Saison bisher so oft gespielt wie gegen die Telekom Baskets. Zweimal im Eurocup (zwei Siege), einmal im Pokal (Sieg), einmal in der Bundesliga (Niederlage). Da kennen sich Teams normalerweise in- und auswendig. „Es gibt keine Geheimnisse“, pflegen die Trainer im Vorfeld zu sagen. Doch beim fünften Aufeinandertreffen, der Liga-Partie am Freitagabend (20 Uhr) in der O2 World, ist doch ein wichtiger Punkt ganz anders: Bonn, zurzeit Tabellensechster, kommt mit einem neuen Spielmacher zum Dritten Alba.

War bis zum 27. Februar Jared Jordan der Denker und Lenker auf dem Parkett, wurde der US-Amerikaner nach seinem Abgang zum Konkurrenten Brose Baskets Bamberg durch Landsmann Eugene Lawrence ersetzt. Damit hat sich auch das Bonner Spiel verändert. Nicht unbedingt zum Nachteil. „Ich kenne ihn aus der vergangenen Saison, als wir beide in der ukrainischen Liga gespielt haben“, sagt Alba-Profi Vojdan Stojanovski, der nach seiner Hüftprellung wieder ins Berliner Team zurückkehrt. „Er ist schnell, dabei kräftiger als Jared und ist auch ein etwas besserer Schütze.“

Am Ende blieb nur Wahl „zwischen Pest und Cholera“

Inzwischen hat sich in Bonn die Aufregung wieder gelegt, die es um den Wechsel Jordans zum Meister mitten in der Saison gegeben hatte. In den Augen von Bonns Präsident Wolfgang Wiedlich ein Beweis dafür, dass „eine neue Liga-Zeit angebrochen ist, seitdem der FC Bayern München sportlich in die Basketball-Bundesliga aufgestiegen ist“. Der Umgang miteinander in der BBL sei rauer geworden. Er habe die Wahl gehabt „zwischen Pest und Cholera“, so Wiedlich. Die Alternativen: „Entweder der Verlust eines Führungsspielers oder ein Weiter mit einem wahrscheinlich demotivierten Führungsspieler.“ Bonn entschied sich für die erste Variante.

Bereits zum 65. Mal stehen sich die Klubs gegenüber

So oder so: Alba gegen Bonn hat sich zu einem Klassiker entwickelt. Am Freitag ist es das 65. Aufeinandertreffen der Rivalen, und das, obwohl Bonn erst 1996 in die Bundesliga aufgestiegen ist. Nur gegen Leverkusen (89), Bamberg (76) und Gießen (66) trat Alba öfter an. Mehr als 11.000 Karten waren am Donnerstag bereits verkauft, auch das zeigt den Stellenwert der Partie bei den Fans.

Alba und die Baskets: Als die Berliner 1997 ihren ersten Meistertitel holten, hieß der Finalgegner Bonn. Der Zuschauerrekord in der BBL steht bei 18.506 Besuchern: aufgestellt am 7. April 2000 in der Kölnarena beim Spiel Bonn gegen Alba. Der größte Ansturm auswärtiger Fans in Berlin datiert vom 12. Mai 1999, als 1800 Rheinländer ihr Team im fünften Play-off-Finalspiel in die Max-Schmeling-Halle begleiteten. Alba gewann – wie in weiteren 39 Duellen.