Schade, dass Rasta Vechta den Klassenerhalt wohl nicht schaffen wird, denn die rund 1200 Fans, die ihr Team aus dem Norden nach Berlin begleitet hatten, bereicherten die Stimmung in der O2 World ungemein. Zusammen mit den Berlinern applaudierten sie auch der Mannschaft von Alba Berlin, als die sich das erste Mal nach dem Pokalsieg in eigener Halle präsentierte. Dass die Party der Gäste mit einem Sieg gekrönt wurde, lag allerdings weit außerhalb des Machbaren. Alba schlug den Tabellenletzten der Bundesliga vor 11.250 Zuschauern klar mit 91:66 (48:33).

„Es macht immer Spaß, vor so vielen Fans und bei so guter Stimmung zu spielen. Du spürst die Emotionen“, lobte Jan-Hendrik Jagla, mit 14 Punkten erfolgreichster Berliner Werfer des Abends, die Gäste-Fans. Kapitän Sven Schultze freute sich, dass sein Team mit diesem Sieg bereits für das Play-off qualifiziert ist und dieser am Ende so deutlich ausfiel. Denn die Erwartungen waren nach dem glanzvollen Pokalsieg hoch. „Wir hatten schon Bammel, dass das Spiel vielleicht nicht so schön werden würde“, sagte Schultze. „Aber wir haben uns gut aus der Affäre gezogen.“

Probleme mit Albas Biss

Mehr Punkte zu machen als der Gegner ist eine Qualität der Sieger, eine andere, möglichst wenig Körbe des Kontrahenten zuzulassen, was in dieser Saison eine der herausragenden Tugenden der Berliner ist. Damit haben sie schon beim Pokal-Top4 Spitzenteams wie Bamberg und Ulm dominiert, es war also kaum überraschend, dass auch das Schlusslicht der Liga mit Albas Biss Probleme bekommen würde.

Das Team von Sasa Obradovic trat ohne Vojdan Stojanovski an, der wegen seiner Beckenprellung aus dem Pokalfinale gegen Ulm noch geschont wurde, aber am Montag wieder ins Training einsteigen wird. Nach einem 6:0-Start in nicht mal einer Minute sorgten zwei Dreier von Alex King und einer von Jagla bald für einen komfortablen Abstand (17:8/4.).

Nach Körben von Clifford Hammonds und Akeem Vargas führte Alba erstmals zweistellig, Vechta aber vermochte es mit viel Energie und den eigenen Fans im Rücken, nicht gänzlich unterzugehen. Der Vorsprung der Berliner wurde erst im zweiten Viertel etwas deutlicher, als David Logan und Leon Radosevic zum 36:22 (13.) und Reggie Redding zum 40:24 (16.) trafen.

Den größten Applaus im zweiten Viertel bekam allerdings Jonas Wohlfarth-Bottermann. Dem 24-jährigen Center, der zu Saison aus Bonn gekommen war, bescheinigt Obradovic eine durchaus positive Entwicklung, nur das eklatante Scheitern bei den Freiwürfen würde sein Selbstbewusstsein immer wieder schwächen. Mitte des zweiten Viertels nun trat der 2,08 Meter große Youngster wieder mal an die Freiwurflinie. Er traf den ersten Versuch, okay, aber dann auch noch den zweiten. Es scheint voran zu gehen.

Bamberg wird härterer Gegner

Mit 48:33 ging es in die Pause. Danach wurde das Resultat immer standesgemäßer. Logan, Hammonds und Wohlfarth-Bottermann erhöhten zügig auf 59:37 (23.) und nach Serien von Jagla und Vargas zum 75:51 nach 30 Minuten begannen die ersten hochzurechnen, ob der Abend vielleicht dreistellig enden würde.

Er wurde es nicht. Dafür versuchte das Team alles, um Sebastian Fülle, der ansonsten selten zum Einsatz kommt, in Position zu bringen. Was auch gelang, sein Dreierwurf aber tanzte nur auf dem Ring. Neben Jagla punkteten auch Hammonds (13 Punkte), Logan, Radosevic (beide 12) und Redding (11) zweistellig.

Eine ähnlich geschlossene Leistung wäre auch am kommenden Freitag wünschenswert. Da ist beim Besuch der Telekom Baskets Bonn (20 Uhr) mit weit größerer Gegenwehr zu rechnen.