Basketball

Albas Basketballer feiern mit Fans ausgelassen den Rekord

Das Team hat den 15. Pflichtspielsieg in Folge errungen und damit die Bestmarke aus dem Jahr 1999 um einen Sieg verbessert. Es denkt aber schon jetzt an das Pokalspiel gegen Bonn.

Foto: imago sportfotodienst / imago/Michael Schulz

Der Ablauf nach Alba-Spielen ist Routine: Nach der Schlusssirene stürmen die Fans des Basketball-Bundesligisten zur Werbebande, die Spieler und der Coach machen am Rand des Parketts die Runde und alle klatschen einander ab. Nach Niederlagen mit langen Gesichtern, nach Siegen zumindest lächelnd. Danach geht es schnurstracks in die Kabine, wo Coach Sasa Obradovic das Geleistete abschließend kommentiert.

Nach dem 83:73 am Sonnabend gegen Bayreuth bog Kapitän Sven Schultze auf dem Weg in die Kabine aber erstmals rechts ab, in Richtung der Stimmungsmacher auf den Stehplätzen. Der Rest des Teams folgte im Gänsemarsch,

Schultze schnappte sich ein Megafon, stimmte das einstmals bei den Eisbären erfundene „Uffta-uffta-uffta-tätärä“ an und wenig später tanzten Mannschaft und Fans ausgelassen. Auch auf den Gesichtern von David Logan oder Vojdan Stojanovski, denen man ihre Emotionen nur selten ansieht, ein breites Lachen.

Der Morgenpost-Fantalk nach dem Sieg gegen Bayreuth:

Das Team hatte gerade den 15. Pflichtspielsieg in Folge errungen und damit die Bestmarke aus dem Jahr 1999 um einen Sieg verbessert. Es schien, die Tatsache, den Rekord aufgestellt zu haben, war nicht der eigentliche Grund für die spontane Party. Es wurden vielmehr die Umstände gefeiert, unter denen das Team die Siege 14 und 15 errungen hatte: erst die 40-Stunden-Odyssee durch die Ukraine und das 68:65 nach Verlängerung in Juschne, 48 Stunden später gegen Bayreuth dann wieder eine beeindruckende Demonstration von Siegeswillen und letztem Einsatz, den die knapp 10.000 schon in der Schlussphase der Partie stehend beklatscht hatten.

„Genau deswegen war es schon ein besonderer Moment“, sagt Albas Kapitän. „Die ganzen Siege und das Spiel gegen Bayreuth waren ja extrem hart. Ich fand, dass wir uns bei den Fans bedanken sollten, denn wir haben ihre Unterstützung gespürt und so ist es ja auch ein klein wenig ihr Rekord. Zumindest haben sie uns sehr geholfen.“

Schultze übertrifft sich selbst

Kurios ist, dass Schultze das Fest mit den Fans initiierte, obwohl er sich selbst entthront hatte, denn er war 1999 Teil der Mannschaft, deren Bestmarke 14 Jahre lang gehalten hatte. „Echt? Das habe ich nicht gewusst“, staunt der mittlerweile schon leicht ergraute 35-Jährige und gibt auch gleich zu verstehen, dass der neue Rekord ebenfalls kein seine Karriere prägender Erfolg wird. „Vielleicht setzen wir uns nach der Saison mal zusammen und reden über die Siegesserie. Hoffentlich haben wir dann auch etwas gewonnen.“

Dass der Kapitän eines Teams, das auch unter widrigsten Umständen 15 Spiele in Folge gewinnt, an Titel denkt, verwundert nicht. Und genau deswegen sonnen sich weder Schultze noch der Rest der Mannschaft im Glanz der Rekord-Serie. Denn schon am Mittwoch (20 Uhr, O2 World) wartet auf Alba ein Alles-oder-Nichts-Spiel. Folgt im Pokal-Viertelfinale gegen Bonn Sieg Nummer 16, steht Alba im Top4 und es fehlen nur noch zwei Siege, um den Titel aus dem Vorjahr zu verteidigen.

Hartes Programm im Februar

„Bonn war ziemlich schnell wieder in unseren Köpfen“, erzählt Schultze und blickt noch weiter voraus, denn nach dem Pokal-Hit bestreitet Alba sechs der nächsten sieben Spiele auswärts. „Der Februar wird hart, und wir werden am Montag seit langem wieder mal richtig trainieren, was ja in der Ukraine nicht möglich war. Wir müssen uns schnell auf die nächsten Aufgaben fokussieren.“ Ob der eine freie Tag, den Coach Obradovic seinen Spielern am Sonntag gegönnt hat, gereicht hat, die Akkus nach der Ukraine-Irrfahrt wieder aufzuladen, ist fraglich. Sicher ist, dass die Mannschaft, egal, wie fit, wieder an ihre Grenzen geht. Und gegen Bonn kann sie sich auch auf den Rückhalt der Fans verlassen: Jetzt, wo es auch ein wenig ihre Serie ist.