In Tübingen ein Basketballspiel zu gewinnen, scheint in dieser Bundesligasaison zu den leichteren Aufgaben zu zählen. Die Schwaben sind Tabellenschlusslicht und haben erst einmal vor eigenem Publikum gewonnen. Doch für Alba Berlin war der Auftritt bei den Tigers nicht allein wegen der bekannt heißen Atmosphäre in der Paul-Horn-Arena eine so große Herausforderung. Für die Mannschaft von Trainer Sasa Obradovic war es das vierte Spiel in acht Tagen. „Das ist ein Schlauch“, stöhnte Geschäftsführer Marco Baldi, der sich deshalb umso mehr über den schwer erkämpften 74:64 (31:31)-Sieg freute.

Entscheidung kurz vor Schluss

Viel hat nicht gefehlt, dann wäre der Favorit tatsächlich gestolpert. Erst in den letzten drei Minuten der Partie setzte sich der achtmalige Deutsche Meister durch, zog von 61:60 entscheidend auf 74:63 davon. Die Folge war der achte Sieg der Berliner in einem Pflichtspiel nacheinander, der sechste in der Bundesliga. Sie haben damit ihren dritten Tabellenplatz gefestigt. Aber dieser Erfolg hat sehr viel Substanz gekostet. Zeit zum Erholen bleibt allerdings kaum: Bereits am Mittwoch (20 Uhr, O2 World) wartet mit SIG Straßburg in der Zwischenrunde des Eurocups die nächste schwere Aufgabe.

Die aggressive Verteidigung der Gastgeber hatte lange den gewünschten Erfolg. Alba leistete sich viele Ballverluste, traf nicht gut und konnte sich zunächst nicht von den Tigers absetzen. „Physisch geht es ja noch, aber man konnte die Konzentrationsprobleme sehen: So kommen Ballverluste und die vergebenen Freiwürfe zustande.“ Mehr mit Willen und der tieferen Aufstellung als mit Klasse gelang es, die aufopferungsvoll kämpfenden Tübinger irgendwann mürbe zu spielen. Baldi: „Wir haben uns zusammengerissen.“ Als es um den Sieg ging, waren die Alba-Spieler hellwach. Allen voran David Logan, mit 17 Punkten bester Werfer der Partie, der im richtigen Moment einen Dreier zum 69:63 verwandelte, als bei den Gastgebern gerade noch einmal Hoffnung keimte.

Geschäftsführer Baldi lobt: „Mannschaft hat das perfekt gelöst“

Nun saßen auch die Freiwürfe des vorher nicht überzeugenden Clifford Hammond, während die Tigers nicht mehr zum Abschluss kamen. Allerdings stand die Partie sehr lange auf Messers Schneide, und hätten die Schwaben nicht so schlecht geworfen (nur 5 von 24 Dreiern verwandelt), hätte es für die Berliner ein böses Erwachen geben können. Baldi war es egal: „Die Mannschaft hat das perfekt gelöst.“

BM