Basketball

Feuerwerk zu Silvester beschert Alba Rekord und Platz drei

Den Berlinern gelangen gegen Phoenix Hagen 40 Punkte innerhalb von zehn Minuten. Das gab es noch nie. Knallharte Abwehrarbeit, Schnellangriffe und variantenreiches Spiel - das brachte Alba nun den dritten Tabellenplatz.

Sasa Obradovic, der Trainer von Alba Berlin, gibt normalerweise den kühlen Analytiker. Doch nach dem 107:79 (56:43) des Berliner Basketballteams gegen Phoenix Hagen am Silvestertag war er zum Scherzen aufgelegt. „Das liegt allein an der überragenden Taktik des Trainers“, antwortete er grinsend auf die Frage, warum seine Mannschaft momentan offensiv so stark ist. „Aber Spaß beiseite“, fügte er gleich an: „Viele Spieler sind gerade in gutem Wurf-Rhythmus.“

Das klappt so gut, dass im ersten Viertel (40:23) gleich ein Punkterekord für die Bundesliga aufstellt wurde. 40 Zähler innerhalb von einem Viertel, das gab es noch nie. Den alten Rekord hielt auch Alba: Am 4. Februar 2006 gelangen dem Team von Trainer Henrik Rödl beim 113:97-Erfolg gegen die BG Karlsruhe innerhalb von zehn Minuten 38 Punkte (38:32). Für Obradovic war die neue Bestmarke keine große Sache: „Das interessiert mich nicht, aber vielleicht beeindruckt das ja diejenigen von anderen Klubs, die unsere Spiele beobachten.“ Die Konkurrenten wissen sicherlich, dass mit Alba zu rechnen ist.

Man merkte Obradovic deutlich an, dass er zufrieden ist mit dem, was sein Team zurzeit bietet. So stellt sich der Coach das vor: knallharte Abwehrarbeit als Basis, Schnellangriffe und variantenreiches Spiel. Diese Spielweise hat Alba nun den dritten Tabellenplatz (20:8 Punkte) eingebracht.

„Es tut gut, wenn man Ende des Jahres dort steht, wo man hingehört“, meinte Alba-Geschäftsführer Marco Baldi. Von Saisonbeginn Anfang Oktober an hatten die Berliner wegen Termin-Problemen weniger Spiele als die Konkurrenz absolviert, mit der Partie am Freitag gegen die Baskets Oldenburg (O2 World, 20 Uhr) sind sie dann wieder mit 15 Spielen auf gleicher Höhe mit den anderen 17 Bundesligisten.

„Guten Charakter“ attestierte Obradovic seinem Team nach dem Punkte-Feuerwerk gegen die unorthodox schnell den Abschluss suchenden Gäste. Es ist für Alba im wahrsten Sinne des Wortes eine Kraftprobe. Vier Spiele stehen in acht Tagen auf dem Programm. Nicht einmal 48 Stunden lagen zwischen der Partie gegen die Phantoms Braunschweig (98:79) am vergangenen Sonntag und dem Spiel am Silvestertag zur ungewöhnlichen Zeit um 13.30 Uhr.

Redding ist der überragende Mann

Um so erstaunlicher, wie sich die Mannschaft durchbiss und den immerhin 8105 Zuschauern beste Unterhaltung bot. Ausgenommen einmal „einige schwarze Minuten“ (Obradovic) im dritten Viertel, als ein komfortabler 22-Punkte-Vorsprung auf sechs Zähler (64:58) zusammenschmolz.

Aber schnell riss sich das Team um den überragenden Reggie Redding (22 Punkte, 4 Rebounds, 5 Assists) wieder zusammen und ließ den unermüdlich kämpfenden Hagenern keine Chance. Die Gäste mussten von der siebten Minute an ohne ihren Chefcoach Ingo Freyer auskommen. Der ehemalige Alba-Profi wurde nach zwei Technischen Fouls wegen Reklamierens der Bank verwiesen.

© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.