Basketball

Alba Berlin deklassiert Vizemeister Oldenburg mit 89:65

Die Basketballer von Alba Berlin sind mit einem Kantersieg in das Jahr 2014 gestartet. Gegen Vizemeister Oldenburg gewannen sie ihr Nachholspiel überraschend deutlich und setzen sich auf Tabellenrang drei fest.

Alba Berlin hat Vizemeister Oldenburg mit 89:65 besiegt. Die Albatrosse Jonas Wohlfarth-Bottermann und Sven Schultze im Fan-Talk.

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Die Tabelle der Basketball-Bundesliga ist begradigt. Das Team von Alba Berlin, noch vor einer Woche auf Rang sieben, ist jetzt Dritter. Nach dem Korb-Rausch gegen Hagen gewann das Team von Sasa Obradovic auch das zweite Nachholspiel gegen Oldenburg. Besser: Die Berliner deklassierten den Vizemeister aus dem Norden mit 89:65 (51:26).

Diesem Sieg im ersten Spiel des Jahres wird wohl noch einige Bedeutung zukommen, wenn am Ende der Hauptrunde die Ausgangsplätze für das Play-off vergeben werden. Beide Teams waren mit einer Bilanz von 10:4 Siegen in die Partie gestartet, Alba als Dritter, die Oldenburger als Vierte und man darf davon ausgehen, dass sich beide Mannschaften für den Saisonhöhepunkt qualifizieren werden. 11.095 Zuschauer waren in die O2 World gekommen, weil ihnen ein Spitzenspiel angekündigt worden war und genau das sahen sie auch – vor allem von Alba. Obradovics Team war nicht anzumerken, dass es das dritte Spiel in sechs Tagen bestritt. Die Berliner waren bissiger, dominierten unter den Körben, präsentierten sich mit deutlich mehr Spielwitz als der vermeintlich ausgeruhte Gegner und waren wie schon beim 107:79 an Silvester gegen Hagen in Geberlaune. Hatten sie die Westfalen im ersten Viertel mit gleich 40 Punkten demoralisiert, so waren es gegen Oldenburg immerhin 29. „Wir waren die ganze Saison schon ein defensivstarkes Team“, sagte Reggie Redding, „jetzt werden wir auch im Angriff immer besser.“

Mit großem Vorsprung in die erste Pause

Alex King machte acht der ersten 13 Berliner Zähler (13:7/4.), danach verteilte sich das Punktesammeln auf mehr Schultern. Coach Obradovic gab schon im ersten Viertel zehn Spielern Einsatzzeiten und egal, wer auf dem Parkett war: Der Vorsprung wuchs. Durch Redding führte Alba erstmals zweistellig (21:11/8.). Nach einem 8:0-Lauf der Berliner ging es mit 29:14 in die erste Pause.

Im zweiten Viertel versuchte vor allem Julius Jenkins, einstmals in Berlin ein Star und bei der Vorstellung auch mit üppigem Beifall bedacht, den Schaden aus Sicht der Gäste zu begrenzen. Aber mal war Leon Radosevic unter dem Korb nicht zu stoppen, dann punkteten Jan-Hendrik Jagla oder Clifford Hammonds aus der Distanz. Vojdan Stojanovski traf zwei Minuten vor der Halbzeit zum 44:24. Als die ersten zwanzig Minuten absolviert waren, führte Alba sogar 51:26.

Wohlfarth-Bottermann und Redding beste Werfer

Im zweiten Durchgang präsentierten sich die Oldenburger kurzfristig etwas mehr auf Augenhöhe und später versuchten sie es auch mit Härte, was ihrem Spielmacher Dru Joyce nach einem disqualifizierenden Foul an Akeem Vargas einen frühen Feierabend bescherte. Bald aber setzte sich das clevere, schnellere und in allen Belangen überlegene Spiel der Berliner wieder durch. Der Vorsprung kratzte des Öfteren an der 30-Punkte-Marke – 77:48 nach dem dritten Viertel. Beste Berliner Werfer einer Partie, die trotz einer sichtlich nicht mehr ganz so energischen Verteidigung der Gastgeber niemals zu kippen drohte, waren Jonas Wohlfarth-Bottermann mit 16, Reggie Redding mit 14 sowie Levon Kendall und Leon Radosevic mit jeweils 10 Punktenn. Das Rebound-Duell, immer ein Gradmesser größeren Willens, entschied Alba mit 43:25 für sich.

„Wir spielen derzeit schon einen ziemlich harten Rhythmus“, gestand Wohlfarth-Bottermann, der nicht nur punktete, sondern auch fünf Rebounds holte. „Aber bisher läuft es gut. Wir müssen jetzt aufpassen, dass wir nicht euphorisch werden.“

Schon am Sonntag geht Albas Vier-Spiele-in-acht-Tagen-Marathon in Tübingen (16 Uhr) weiter. „Die drei Siege sind ganz schön“, blickte Redding dann auch gleich voraus. „In Tübingen wollen wir natürlich jetzt den vierten.“ Danach kommt am Mittwoch SIG Straßburg zum Start der Runde der letzten 32 des Eurocups in die O2 World (20 Uhr). Es soll Mannschaften geben, die lieber hart spielen als hart trainieren. Nimmt man die drei klaren Siege der letzten Woche, könnte man meinen, Alba gehört dazu.