Basketball

Sogar an Silvester müssen Albas Basketballer ran

Weil die O2World oft belegt ist, findet das Spiel gegen Oldenburg zu einem ungewöhnlichen Zeitpunkt statt. Trainer Obradovic klagt über die Belastung seiner Spieler: Vier Spiele stehen in acht Tagen an.

Foto: Matthias Kern / Bongarts/Getty Images

Marco Baldi nimmt die ganze Sache entspannt. „Man muss es eh nehmen, wie es kommt“, sagt der Geschäftsführer von Alba Berlin mit Blick auf das stramme Programm des Basketball-Bundesligisten. Vier Spiele in acht Tagen, „das ist natürlich heftig.“ Dem Spiel am vergangenen Sonntag gegen Braunschweig (98:79) folgt nun am Silvestertag die Begegnung gegen Phoenix Hagen (O2 World, 13.30 Uhr), am kommenden Freitag (O2 World, 20 Uhr) heißt der Gegner Oldenburg, den Abschluss macht das Auswärtsspiel am Sonntag in Tübingen. Albas Trainer Sasa Obradovic ärgert sich: „Kein Team in Europa hat so ein Programm“, behauptet er. „Eine richtige Vorbereitung auf den Gegner ist da nicht möglich.“

Alba und der Spielplan. Seit die Berliner im September 2008 aus der Max-Schmeling-Halle (Kapazität 8861 Zuschauer) in die Multifunktionsarena am Ostbahnhof (14.500) umgezogen sind, ist die Herausforderung noch größer geworden, für die Bundesliga, den nationalen Pokal und den europäischen Wettbewerb entsprechende Termine zu finden. In dieser Saison musste sogar erstmals ein Spiel (Eurocup gegen Rom am 5. Dezember) wieder in die Schmeling-Halle verlegt werden.

Geschäftsführer Baldi sieht die ganze Sache gelassen

Die Partie gegen Oldenburg war eigentlich für den ersten Spieltag, das Spiel gegen Hagen für den dritten Spieltag, jeweils im vergangenen Oktober, terminiert. Doch da war die Halle belegt, nichts ging, daher ist Alba jetzt im Dauereinsatz. Baldi versteht Obradovics Verärgerung, aber: „Alles kann man nicht haben: einerseits einen tollen Spielplan, andererseits eine Halle, in die im Schnitt 11.000 Zuschauer kommen.“ Gegen Braunschweig waren es 13.298 Fans. Die Belastung für die Spieler sei sicher hoch, aber man habe ja noch Glück, dass drei der besagten vier Partien in Berlin stattfinden und sich der Reisestress so in Grenzen halte.

Natürlich weiß er auch, dass zu viele Heimspiele in Serie „uns insgesamt Zuschauer kosten“. Zwischen dem 14. Dezember 2013 und dem 8. Januar 2014 lautet die Bilanz: acht Spiele, sechs davon daheim.

Aus dem ursprünglichen Plan wurde nichts

Eigentlich war vor der Halleneröffnung geplant, dass Eisbären und Alba an einem Tag spielen können. Den Umbau-Weltrekord wolle man brechen, kündigte der Hallenbetreiber, die Anschutz Entertainment Group, damals an. Schneller sollte es gehen als im Staples Center in Los Angeles. Logistisch war dies binnen weniger Stunden dann wegen der den Eisbärenfans zugestandenen Stehtribüne doch nicht möglich. Schon lange sei über die Sache mit allen Beteiligten nicht mehr gesprochen worden, sagt Baldi. „Das ist ein relativ sensibles Thema.“ Anschutz dürfte allerdings ein sehr großes Interesse haben, mittel- bis langfristig den ursprünglichen Plan umzusetzen.

Am 31.12. ist die Halle frei, so kommt es zu einem Novum: Basketball-Bundesliga an Silvester gab’s noch nie. Auch der Beginn um 13.30 Uhr ist absolut ungewöhnlich. Entsprechend können danach alle, Spieler wie Fans, ins Neue Jahr feiern. Hagens Team fährt sofort nach Spielende mit dem ICE Richtung Heimat.

Für Baldi ist es kein Neuland: Als Spieler nahm er einst mit dem DTV Charlottenburg in London an einem Turnier teil. Gespielt wurde an Silvester und am Neujahrstag. Unvergesslich: Nach einem Fehlalarm rückte nachts auch noch die Feuerwehr im Hotel an.