Ein neuer Spieler als Ersatz für den verletzten Leon Radosevic ist mit dem Tross von Alba Berlin nicht mitgereist nach Rom, wo die Berliner im Basketball-Eurocup am Dienstagabend (20.45 Uhr) auf den Hauptstadt-Klub Virtus treffen werden Dafür freut sich der 18-jährige Ismet Akpinar, zum ersten Mal im Kader von Alba für ein internationales Spiel zu stehen. Auf die Berliner wartet eine schwere Aufgabe, um so mehr, da eben Radosevic fehlt.
Albas Sportdirektor Mithat Demirel hofft, „dass andere das kompensieren können.“ Ob es nun noch einen temporären Ersatz für Radosevic geben wird, ist nach wie vor nicht entschieden. „Wenn“, so Demirel, „müsste es ein Spieler sein, der voll im Saft steht.“ Der in Bonn frei werdende Litauer Donatas Zavackas wird definitiv nicht nach Berlin wechseln. „Das wird richtig hart“, ist sich Reggie Redding mit Blick auf die Partie in Rom sicher.
Schließlich waren die Römer in der vergangenen Saison Vizemeister, erst im Finale unterlagen sie gegen den Europaligisten Siena knapp mit 3:4. Albas Trainer Sasa Obradovic schätzt das italienische Team „noch stärker als im Vorjahr“ ein. Die Ergebnisse waren bisher allerdings wechselvoll: Im Eurocup folgte auf ein 69:75 gegen Dunkerque (Frankreich) ein 88:76 gegen Mons-Hainaut (Belgien). Als Vierter der italienischen Liga unterlag Virtus am Sonntag in Avellino mit 82:84.
Mit weniger Geld sind die Römer erfolgreicher
Marco Baldi, der Geschäftsführer der Berliner, erinnert sich an einige Anekdoten, die ihm Alba-Trainer-Legende Svetislav Pesic von seinem Engagement von 2004 bis 2006 in Rom erzählt hatte. Damals hatte noch Walter Veltroni, der ehemalige Oberbürgermeister von Rom, das Sagen bei Virtus. „Der war ein absoluter Basketball-Freak und hat immer dafür gesorgt, dass immens investiert wurde. Die haben den Top-Spielern und Top-Trainern das Geld hinterhergeworfen und trotzdem nichts gewonnen“, sagte Baldi.
Trotz des vielen Geldes habe es am Fundament und der Organisation gefehlt. „Svetislav hat erzählt, dass die manchmal kein Toilettenpapier in der Kabine hatten und einmal zum falschen Flughafen gefahren sind“, plauderte Baldi aus dem Nähkästchen. Nach Veltronis Amtszeit als Vereinspräsident haben die ehemals chaotischen Römer jedoch ihr geschrumpftes Budget sinnvoller verteilt, und auf einmal kam der sportliche Erfolg.
BM/seb





