Die Faustregel, mit der man in europäischen Wettbewerben die erste Runde übersteht, ist nicht sonderlich kompliziert: Gewinne deine Heimspiele und versuche, auswärts das eine oder andere Spiel zu „stehlen“, heißt sie. Albas Basketball-Team ist zum Auftakt des Eurocups mit dem eigentlich schwierigeren Coup gestartet, gewann in Bonn mit 86:65. Am Mittwoch (20 Uhr, O2 World) soll nun die Pflicht folgen, zu Gast ist Cai Saragossa aus Spanien.
„Alle Teams kommen doch hierher, um uns in unserer Halle zu schlagen. Wir sind aber ein Team, das sich vom ersten Tag an nie zufrieden gegeben hat, jeden Tag ins Training kommt, um besser zu werden“, sagt Alba-Profi Clifford Hammonds. „Wir werden alles an Wille, Einsatz und Aggressivität dagegen setzen, denn unser Auswärtssieg wäre viel weniger wert, wenn wir zu Hause nicht gewinnen.“
Mit zuletzt vier Siegen hat die Mannschaft bereits einiges getan, um den Wunsch ihres Geschäftsführers Marco Baldi zu erfüllen, mit Erfolgserlebnissen schnell Selbstvertrauen aufzubauen. Trainer Sasa Obradovic fehlten dabei aber noch „kleine Teilchen“. Das Spiel seiner Männer müsse vor allem noch variabler werden.
Die Spanier sind einer der Favoriten in Albas Gruppe
Und das wohl schon bereits am Mittwochabend, denn man kann davon ausgehen, dass Gegner aus der spanischen Liga ACB, die die Bundesliga bis 2020 als stärkste Liga Europas ablösen will, schon aufgrund der Etats andere Kaliber sind als beispielsweise Würzburg. In der Vorsaison erreichten alle vier spanischen Vertreter in der Euroleague das Top16 und auch im Eurocup-Halbfinale standen zwei spanische Teams.
Schon allein deswegen ist für Obradovic Saragossa „sicherlich einer der Favoriten in unserer Gruppe“. Zum anderen aber auch, weil sich die Mannschaft, seitdem sie erst 2009 in die ACB aufgestiegen war, „stetig verbessert hat. Da kann man Konstanz erkennen. Sie haben beispielsweise mit den Georgiern Giorgi Shermadini und Viktor Sanikidze sowie Jonathan Tabu aus Belgien und dem Kroaten Damjan Rudez Spieler dabei, die gerade erst bei der EM in Slowenien tragende Rollen in ihren Nationalteams hatten.“
Der georgische Center Shermadini ragt bei Saragossa heraus
Auf Shermadinis Auftritt dürfen die Berliner Fans besonders gespannt sein, denn die Späher attestieren ihm, dass ihm mit seinen 24 Jahren und seiner Größe von 2,16 Meter nur noch ein paar Kilogramm an Muskeln zu einem Umzug nach Übersee fehlen. Das Duell mit Albas ein Jahr jüngerem Leon Radosevic (2,08 m) unter den Körben dürfte wohl mit über den Spielausgang entscheiden. Auch er Berliner Zugang könne es in die NBA schaffen, glaubt Obradovic, wenn er bei Alba den nächsten Schritt in seiner Entwicklung macht. „Er war bislang immer der zweite Mann, hier bei uns hat Leon jetzt zum ersten Mal eine Hauptrolle“, sagt Albas Trainer. „Und er macht sich gut und einen guten Job. Er läuft, als wäre er zwanzig Zentimeter kleiner, das ist ein Geschenk, er hat einen guten Wurf, muss aber an seinem Spiel in Korbnähe noch arbeiten.“ Und ganz zeitnah erst mal Shermadini stoppen.
Unmöglich ist das jedenfalls nicht. Trotz der beeindruckenden Biografien seiner Spieler verlor Saragossa am Sonntag in eigener Halle 60:66 gegen Gran Canaria und liegt derzeit in Spanien nur auf Tabellenplatz neun.





