Die Mienen der Basketballprofis von Alba Berlin waren eher etwas nachdenklich, als sie am Sonnabendabend das Feld verließen. Zwar brandete viel Beifall der 11.075 Zuschauer in der O2 World auf, aber nach dem letztlich klaren 86:73 (45:33) Heimerfolg gegen den Mitteldeutschen BC wussten die Spieler, dass sie in der Bundesligapartie nicht gerade eine Topleistung abgeliefert hatten.

„Es war schwierig für uns“, gab Center Levon Kendall ehrlich zu. Der Kanadier, der zum „Man of the match“ gekürt wurde, hatte 15 Punkte erzielt und sich acht Rebounds geschnappt. „Wir wollten eigentlich in der Defensive aggressiver spielen.“

Trainer Sasa Obradovic verwies darauf, „dass wir als Mannschaft noch in einem Prozess sind“, man müsse Geduld mit der Mannschaft haben. Doch mit Blick auf den wegen Verletzung noch wochenlang fehlenden Leon Radosevic sagte er klar: „Wir müssen so schnell wie möglich Ersatz verpflichten.“

Bekannt hart agierendes Gäste-Team

Bereits wenige Minuten nach dem hart erkämpften 71:68 gegen Saragossa im Eurocup am vergangenen Mittwoch hatten alle Alba-Profis das versprochen, was stellvertretend Center Jonas Wohlfarth-Bottermann aussprach: „Jetzt dürfen wir den MBC unter keinen Umständen unterschätzen.“

Allen war angeblich bewusst gewesen, dass es schwer werden würde, nach dem berauschenden europäischen Abend drei Tage später die Pflicht gegen den Mitteldeutschen BC zu absolvieren. Angesicht des bekannt hart agierenden Gäste-Teams hatte Obadovic erklärt: „Es wird vor allem ein Test für unsere Einsatzbereitschaft.“

In der Defensive fehlte die letzte Konsequenz

Doch die war von Beginn an nicht so da, wie es sich Obradovic wohl vorgestellt hatte. Die Berliner – mit drei Deutschen (Wohlfarth-Bottermann, Akeem Vargas und Jan-Hendrik Jagla) in der Startformation angetreten – waren offensiv oft zu nachlässig und fahrig, in der Defensive fehlte die letzte Konsequenz. Fehler, die der MBC immer wieder nutzte.

Während Gastgeber Alba im ersten Viertel (19:16) vor allem mit Angelo Caloiaro (bester MBC-Werfer mit 21 Punkten) gar nicht zurechtkam, wurde es im zweiten Abschnitt vom Ergebnis her besser. Vor allem Clifford Hammonds (16 Punkte) und der diesmal nicht so dominant wie üblich spielende David Logan (14) ließen mit ihren Punkten immer wieder die Alba-Führung in den zweistelligen Bereich gehen. Immerhin 13 Zähler (43:30/19.) betrug der höchste Abstand bis zur Pause.

Es folgte ein Auf und Ab. Erst eine 3:8-Serie zum 48:41, dann führte Alba nach 25 Minuten vor allem dank der guten Reggie Redding (16) und eben Kendall mit 14 Zählern Differenz (57:43). Aber Sicherheit gab das nicht. Teils haarsträubende Fehler ließen den tapferen MBC auf 63:59 (30.) herankommen. Die Intensität, durch die sich Alba gegen Saragossa ausgezeichnet hatte, war einfach nicht hundertprozentig da. 71:66 hieß es sechs Minuten vor Schluss.

Doch dann riss sich Alba noch einmal zusammen, die Kräfte des MBC erlahmten langsam. So brachte Alba den Sieg locker nach Hause in einem Spiel, das Jagla richtig zusammenfasste: „Es war teilweise zerfahren und hektisch.“ Unter dem Strich bleibt jedoch: Hauptsache gewonnen.