Basketball

Alba Berlin startet ausgeruht in den Eurocup

Die Berliner starten ihre Reise durch Europa in dieser Saison ausgerechnet in Bonn. Dort werden sie jedoch mit Respekt und Siegeswillen antreten. Erwartet wird ein „heißer Ritt“.

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Es ist schon ein bemerkenswerter Zufall, dass Albas Reise durch Europa in dieser Saison ausgerechnet in Bonn beginnt, wo doch das Duell eher als Klassiker der Basketball-Bundesliga gilt. Für welches der beiden Teams sich diese Paarung im Eurocup als Lospech herausstellen wird, entscheidet sich an diesem Dienstagabend um 19.30 Uhr am Rhein.

Ein Auftakt in fernen Ländern wäre sicherlich wünschenswerter gewesen. Eine Niederlage in Bonn täte der neu zusammengestellten Berliner Mannschaft wohl mehr weh als eine in unbekannten, südlichen Gefilden. Aber das Los entschied: Bonn.

Einen „heißen Ritt“ erwartet Marco Baldi dann auch und verweist darauf, dass die Bonner am Wochenende bei Ratiopharm Ulm gewonnen haben. „Ein Ausrufezeichen“, nennt Baldi den Bonner Coup, wissend, dass sein Team jetzt in der Aufbauphase „so viele Erfolgserlebnisse wie möglich braucht. Es wird eine schwierige Aufgabe, aber ein Sieg wäre sehr, sehr wichtig.“

Ein Sieg in Bonn wäre das zweite Erfolgserlebnis innerhalb von drei Tagen. Am Sonnabend deklassierte das Team von Sasa Obradovic in der Bundesliga Ludwigsburg mit 83:52. Dass die Berliner 22 Mal den Ball verloren hatten, fiel nicht so sehr ins Gewicht, weil sie die Gegner zu 25 Ballverlusten gezwungen hatten. Dass sich Ähnliches in Bonn wiederholen könnte, ist äußerst unwahrscheinlich, denn das Team in Magenta hat in Jared Jordan einen als recht ballsicher bekannten Spielmacher. Er war in den vergangenen beiden Spielzeiten bester Passgeber der Liga, und das wird man nur, wenn die Bälle auch ankommen.

Rheinländer sind in Topform

„Für mich ist Bonn schon eine der Überraschungsmannschaften“, sagt Coach Obradovic, der die Augenbraue respektvoll hochzog, als er vom Sieg in Ulm hörte. „Aber natürlich profitieren zu diesem frühen Zeitpunkt die Teams, die weitestgehend zusammen geblieben sind. Bonn hat mit Ryan Brooks noch einen sehr guten Spieler dazu bekommen, aber die Schlüsselspieler sind wie in der vergangenen Saison Jared Jordan und Benas Veikalas. Die müssen wir stoppen. Wir fahren dahin, um zu gewinnen.“

Obradovic hat gegen Ludwigsburg mit Blick auf das Duell in Bonn keinen seiner Akteure länger als 26 Minuten spielen lassen. Albas Team dürfte also ausgeruhter sein als die Bonner nach ihrem Kraftakt in Ulm. Zum anderen wollte der Coach den ganz Jungen wie Bar Timor, 21, und Ismet Akpinar, 18, „die Atemnot und die Angst nehmen“, die sie noch haben, wenn sie zum Einsatz kommen.

Mit Alex King und Jonas Wohlfarth-Bottermann spielten übrigens zwei Spieler aus dem aktuellen Alba-Kader bereits für Bonn. King bis 2011, Wohlfarth-Bottermann kam im Sommer nach Berlin und ist derzeit am Sprunggelenk verletzt. „Ich bin natürlich heiß, gegen meinen Ex-Klub zu spielen“, sagt der junge Center. „Im Play-off wäre ich auch dabei, aber die Saison ist noch lang. Über einen Einsatz entscheide nicht ich, sondern der Coach und die Ärzte.“ Vielleicht ist das Resultat dieser Entscheidung dann ja eine Überraschung.

Alba gewinnt haushoch gegen Ludwigsburg
Video: BMO