Basketball

Alba Berlin überrollt Ludwigsburg bei Heimpremiere

Die Berliner haben die Schwaben deutlich mit 83:52 geschlagen. Damit tankt Alba vor dem Eurocup-Start gegen Bonn am Dienstag auch neues Selbstvertrauen.

Basketball-Pokalsieger Alba Berlin hat gegen die Neckar Riesen Ludwigsburg mit 83:52 gewonnen. Im Alba-Fantalk kommentieren die Spieler Jan-Hendrik Jagla und Leon Radosevic die Partie.

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Zuschauer in der O2 World feierten ihre Mannschaft überschwänglich, und die Basketballprofis von Alba Berlin klatschten sich mit einem breitem Grinsen im Gesicht mit ihren Fans ab. Auch Alba-Trainer Sasa Obradovic war bester Laune: „Ich muss meinem Team gratulieren. Es hat vor allem in der Defensive einen sehr guten Job gemacht“, sagte er nach dem 83:52 (41:19) der Berliner gegen die Riesen Ludwigsburg.

„Unser Plan ist aufgegangen“, sagte David Logan, der bei Albas Bundesliga-Heimpremiere in dieser Saison mit 17 Punkten bester Berliner Werfer war. „Wir haben unser Spiel durchgezogen. Das hat Spaß gemacht.“

Obradovic hatte schon vorher keine Zweifel gelassen: „Wir sind klarer Favorit.“ Aus zweierlei Gründen war der Erfolg gegen die nur durch eine 250.000 Euro teure Wildcard in der Liga gebliebenen Ludwigsburger wichtig: Zum einen kam das Team nach der bitteren 66:67-Niederlage zum Bundesliga-Start bei den Artland Dragons (sie gewannen gestern auch gegen Meister Bamberg 71:68) gleich wieder in die Spur zurück. Den anderen Grund formulierte der Coach so: „Wir haben unser Selbstvertrauen wieder gestärkt, das werden wir am Dienstag brauchen.“ Dann startet Alba in den Eurocup – mit einem schweren Auswärtsspiel bei den Telekom Baskets Bonn. Die Baskets gewannen gestern 77:74 in Ulm.

Die Berliner wussten, dass sie auf einen extrem aggressiv spielenden Gegner treffen würden. „Terror Basketball“ wird dieses frühe Stören des den Ball führenden Gegners genannt. Trainer John Patrick lässt seit jeher seine Teams diesen Stil spielen.

Traumstart mit 10:0 Punkten

Doch Alba machte sich selbst diese intensive Spielweise zu eigen. Die Ludwigsburger wussten in den ersten Minuten gar nicht, wie ihnen geschah. Alba deckte so konsequent in der Verteidigung, dass die Gäste überhaupt nicht ins Spiel kamen. „Für mich ist das peinlich“, gestand Patrick deutlich ein, „Alba war in allen Belangen klar überlegen.“ Erst nach fünf Minuten und 34 Sekunden gelangen den Ludwigsburgern ihre beiden ersten Punkte. Zu diesem Zeitpunkt stand es bereits 10:0 für die Berliner.

Alba, ohne den verletzten Center Jonas Wohlfarth-Bottermann, hielt den Druck immer hoch. Da hatte es Ludwigsburgs Spielmacher Michael Stockton sehr schwer. Der 24-Jährige, Sohn von NBA-Legende John Stockton (15.806 Assists in 19 Jahren für das Team der Utha Jazz), konnte sein Team nicht im Stile seines Vaters lenken. Die bei Rebounds starken Berliner (Bilanz: 37:27) bauten ihren Vorsprung bis zur Pause auf 22 Zähler aus – 41:19. Ludwigsburg lief meist nur hinterher.

Die 10.771 Zuschauer in der O2 World, darunter der verletzte Spielmacher Alexander Baumjohann von Hertha BSC und Torwart Thomas Kraft, fühlten sich gut unterhalten, wobei es nicht so war, dass bei Alba alles rund lief. Es gab auch Missverständnisse, das Zusammenspiel in dem neu zusammengewürfelten Team muss noch wachsen. Center Levon Kendall, der als Letzter zum Team stieß, wirkte manchmal in der Offensive noch nicht richtig angekommen und ohne Bindung, spielte aber defensiv sehr stark. Der 21-jährige Bar Timor kam – wie später auch der 18-jährige Ismet Akpinar – zu seinem Bundesliga-Debüt.

Talente geben ihr Bundesligadebüt

15 Ballverluste bei den Gästen und elf bei Alba bereits nach 20 Minuten (am Ende 25:22) zeigten deutlich, dass beide Teams noch nicht am Ende ihrer Entwicklung sind. „Es ist noch früh in der Saison“, warb der US-amerikanische Small Forward Reggie Redding für Verständnis und versprach: „Das wird natürlich noch besser.“

Für den Geist von Alba 2013/2014 spricht, dass die Mannschaft auch nach der Pause keine Sekunde nachließ. Die heillos unterlegenen Ludwigsburger konnten einem fast leidtun. Ihnen wurde keine Zeit zum Verschnaufen gegönnt. Mit einer 11-Punkte-Serie direkt nach der Pause zerstörte Alba endgültig jegliche schwäbische Hoffnungen auf ein mögliches Comeback in diesem Spiel. Nach Ende des dritten Viertels hieß es 66:28. Und auch im letzten Durchgang machte die Partie den Zuschauen Spaß. In den Schlussminuten standen sogar fünf deutsche Spieler (Akpinar, Timor, Jan Jagla, Akeem Vargas und Sven Schultze gleichzeitig auf dem Feld. Wann hat es das bei Alba schon einmal gegeben?

Akpinar war am Ende überglücklich: „Mein Herzschlag ging auf 180, als mir Sasa sagte, dass ich rein soll. Es ist ein unfassbares Gefühl, vor 10.000 Zuschauern zu spielen. Davon will ich noch mehr.“ Obradovic lächelte, als er auf die Leistung von Akpinar und Timor angesprochen wurde. „Ich will das nicht bewerten, das sind ja noch Kids.“ Natürlich habe man gemerkt, wie nervös die beiden waren. Aber: „Sie arbeiten jeden Tag im Training hart, das ist das Wichtigste.“