Basketball

Trotz Pleiten-Saison steigt bei Alba die Zuschauerzahl

Im Vergleich zum Vorjahr sind mehr Fans zum Berliner Basketball-Team in die O2 World gekommen. In der Bundesliga hat das Interesse nachgelassen, aber der Schnitt in der Europaliga konnte gesteigert werden.

Foto: Sebastian Kahnert / picture alliance / dpa

Sportlich sah es bei Alba Berlin schon mal besser aus: Insgesamt 60 Pflichtspiele bestritt die Mannschaft von Cheftrainer Sasa Obradovic in dieser Saison bisher in der Bundesliga (34), im nationalen Pokal (2) und in der Europaliga (24). 30 Siegen stehen 30 Niederlagen gegenüber.

Alba hat ein hartes Programm absolvieren müssen; gerade einmal zwei Tage Erholungspause waren dem Team nun vergönnt, bevor am Dienstagvormittag die Vorbereitung auf die Play-off-Viertelfinalserie gegen Bayern München begann. Los geht’s am Sonnabend in München (17 Uhr, Sport1 live, HIER im Liveticker der Berliner Morgenpost).

Erfreut hat man bei Alba allerdings zur Kenntnis genommen, dass die sportlich durchwachsene Bilanz die Zuschauer nicht abgeschreckt hat. Im Gegenteil: Zu den Alba-Spielen in der O2 World kamen mehr Fans als je zuvor. Rechnet man noch die Testspiele gegen Bayern München und die Dallas Mavericks hinzu, waren es in absoluten Zahlen 328.617 Fans, die zu insgesamt 33 Heimpartien (Schnitt 9958) kamen. Im vergangenen Jahr waren es zum Vergleichsdatum 25 Spiele, die 248.015 Zuschauer (Schnitt 9920) sahen.

Das Angebot hat stark zugenommen

„Wir hatten ein wahnsinniges Angebot“, sagt Geschäftsführer Marco Baldi. Zu den Bundesligaspielen kamen ja das Dallas-Spiel und das Top 4 im Pokal, zudem nahmen die Spiele auf europäischer Ebene im Vergleich zum Vorjahr enorm zu. Waren es im Eurocup 2011/2012 sechs Partien in eigener Halle, bestritt Alba diesmal in der Europaliga deren zwölf.

Baldi spricht von einer „Umverteilung“. In der Bundesliga ging der Zuschauerschnitt gegenüber dem Vorjahr zurück (auf 10.031 gegenüber 10.971), im europäischen Bereich ist eine deutliche Steigerung zu verzeichnen (9033 gegenüber 7655). National bleibt Alba unumstritten Marktführer vor Bamberg (6800) und Ulm (6000).

Ein Plus durch Business-Tickets

„Finanziell liegen wir besser als im letzten Jahr“, erklärt Baldi mit Blick auf die Zahlen. Weil gerade zu den Begegnungen in der Europaliga unter der Woche überdurchschnittlich viele, eher teurere Business-Tickets verkauft wurden. Klar ist aber auch, dass die vielen Terminverschiebungen in der BBL, bedingt durch die Europaliga, Zuschauer gekostet haben. Etliche Partien mussten an Wochentagen nachgeholt werden. Schlecht für Familienbesuche in der Halle. „Für Familien ist der Sonntagnachmittag der beste Termin“, weiß Baldi. Eine Zeit, zu der Alba jedoch eher selten antrat.

Einhergehend mit immer mehr Spielen wachsen natürlich die Probleme, entsprechende Spielpläne national wie international zu erstellen. „Das ist eine Quadratur des Kreises“, sagt Baldi.

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