Europaliga

Alba Berlin gewinnt Heimauftakt gegen Elan Chalon

Die Berliner sind in der Euroleague auf Achtelfinal-Kurs. Sie schlugen in einer packenden Partie den französischen Meister mit 74:71.

Foto: Sebastian Kahnert / dpa

Was ein Spiel, was ein Comeback von Alba Berlin. Mit 13 Punkten hatte das Basketballteam bereits zurückgelegen, nichts lief. Aber dann riss sich Alba in den letzten sieben Minuten zusammen, holte Punkt um Punkt auf und gewann am Donnerstagabend am Ende das Europaligaspiel gegen Elan Chalon noch mit 74:71 (36:40).

„Die Unterstützung der Fans hat uns nie aufgeben lassen“, meinte Spielmacher Heiko Schaffartzik. „Es war entscheidend, dass wir immer weitergemacht haben.“ Die Berliner haben nach ihrem Auftaktsieg in Siena in der Europaliga nun einen tollen Start hingelegt: zwei Spiele, zwei Erfolge.

Einen kompletten Fehlstart legte hingegen der Deutsche Meister Brose Baskets Bamberg hin: Nachdem die Franken bereits am ersten Spieltag in Barcelona verloren hatten, setzte es gegen Besiktas Istanbul ein 71:86 (31:47).

Für Alba schien alles optimal gerichtet. Denn besser hätte das „Vorprogramm“ zum Heimauftakt in der europäischen Eliteklasse gar nicht sein können. Berauschend herausgespielte Siege in der Bundesliga gegen die Artland Dragons und Hagen sowie besagter Sensationsstart in der Europaliga mit einem 92:82 in Italien waren vorausgegangen. Entsprechend gespannt waren die Fans zum ersten Europaliga-Heimspiel seit dreieinhalb Jahren in die O2 World gekommen. Wobei am späten Donnerstagabend der Zuspruch mit 8146 Besuchern hinter den Erwartungen zurückblieb.

„Wir befinden uns in einer guten Phase“, hatte selbst Alba-Cheftrainer Sasa Obradovic noch im Vorfeld erklärt. Von einem „Vier-Punkte-Spiel“ war die Rede gewesen. Und dass ein Sieg Pflicht sei gegen den französischen Meister. Vier Teams kommen in der Gruppe weiter, wobei Tel Aviv, Malaga und eben Siena als gesetzt gelten. Um Rang vier dürften sich Alba, der polnische Meister Gdynia und Chalon streiten. „Gegen die Franzosen müssen wir gewinnen“, forderte auch Alba-Geschäftsführer Marco Baldi.

Idbihi verletzt sich am Knie

Doch Ansagen sind das eine, die Realität sah hingegen anders aus. Lange fehlte den Berlinern in der Defensive die letzte Entschlossenheit, teilweise kamen die Franzosen viel zu leicht zu Punkten. Und im Angriff fiel Alba zu wenig ein. Wobei einige Male schier unglaublich leichte Punkte (Brian Randle, Albert Miralles) vergeben wurden. Es war Deon Thompson (24 Punkte) und DaShaun Wood (19) zu verdanken, dass es nach zehn Minuten nur 24:25 stand.

Obradovic tobte an der Seitenlinie. Zum einen über die Schwächen seines Team, zum anderen über einige indiskutable Entscheidungen des Schiedsrichtertrios. Doch Alba war selbst schuld, dass man nach zwölf Minuten mit 24:31 zurücklag.

Und es kam noch viel schlimmer für die Berliner: Denn nun kassierte Thompson, der bis dahin mit 14 Punkten erfolgreichste Alba-Spieler, sein drittes Foul. Er musste auf die Bank. Yassin Idbihi konnte ihn als Center nicht ersetzten, denn der deutsche Nationalspieler war bereits Sekunden vor Ende des ersten Viertels vom Feld gehumpelt. Das Innenband am linken Knie war verletzt; als sein Team noch Chalon niederkämpfte, befand sich Idbihi schon zur weiteren Untersuchung im Krankenhaus.

Nach dem Spiel gab Obradovic Entwarnung: „Alles halb so schlimm.“ Zumindest waren die Franzosen nach 20 Minuten nicht unerreichbar enteilt, Alba lag nur mit 36:40 zurück.

Nun hätte ein gewaltiger Ruck durchs Alba-Team gehen müssen. Aber schnell stand es 40:47. Hoffnung gab die Rückkehr von Thompson, der gleich punktete. Doch Alba machte weiter Fehler en masse. In der 28. Minute hieß es 45:54. Miralles erhielt sein viertes Foul, beklagte sich auch noch – und hatte nach Foul Nummer fünf wegen Meckerns Feierabend (29.). Erstmals zweistellig war der Rückstand bei 48:59. Mit 51:59 – nach einem Dreier von Heiko Schaffartzik (13 Punkte) – ging es in die letzten zehn Minuten.

Jetzt erwachte das Berliner Kämpferherz erst so richtig: Bei 53:66 schien alles vorbei (32.), doch angetrieben von Schaffartzik und Thompson kam Alba heran – 64:66, ein 11:0-Lauf, noch knapp fünf Minuten. Die Fans standen, als Randle zum 68:68 (37.) traf und Nihad Djedovic das 69:68 markierte, Morley 87 Sekunden vor Schluss mit einem „Monsterblock“ einen Korb von Chalon verhinderte und Schaffartzik und Wood auf 74:68 erhöhten. 27 Sekunden vor Schluss hieß es 74:71. Und dann war nur noch Jubel.