Was kann man nach solchen Resultaten schon anderes sagen als Mithat Demirel? Auch wenn es nur eine Momentaufnahme ist – „ein wirklich guter Auftakt“, freut sich Alba Berlins Sportdirektor über den Saisonstart der Basketballer aus der Hauptstadt.
Zwei unerwartet souveräne Siege in der Bundesliga über Quakenbrück und Hagen, dazu der verblüffende Erfolg in der Europaliga bei Montepaschi Siena und zwischendurch die beachtliche Leistung trotz knapper Niederlage gegen Dirk Nowitzkis Dallas Mavericks – viel besser geht"s nicht.
Der einstige Spielmacher Demirel erinnert aber gleich an die Bedeutung der nächsten internationalen Aufgabe am Donnerstag (20.45 Uhr) in der O2 World: „Wenn wir gegen Elan Chalon nicht gewinnen, war unser Sieg in Siena nichts wert.“
Zu seiner und zur allgemeinen Beruhigung: Anders als manche ihrer Vorgängerinnen erweckt die Alba-Mannschaft dieser Tage nicht den Eindruck, als sei sie schnell zufrieden. Nicht einmal bei einer 30-Punkte-Führung gegen Hagen. Sie hält die Intensität bis zum Ende auf hohem Niveau und gewinnt schließlich 109:67. Als Mannschaft, die nie nach- und nie loslässt.
Alles für die Mannschaft
Warum dieser offensichtliche Wandel da ist, das erklärt Demirel so: „Sasa Obradovic ist schon als Spieler über Grenzen gegangen. Als Trainer hat er jetzt die Gabe, das auch aus seinen Spielern herauszuholen.“ Wie immer der Serbe es anpackt – er muss überzeugend rüberkommen. Dass die Mannschaft bis auf wenige Ausnahmen erneut komplett neu zusammengestellt wurde, stört den Teamgeist nicht. Selbst das bittere Saisonende für Nathan Peavy (Kreuzbandriss), noch bevor die Saison überhaupt für ihn begonnen hatte, zeigte kaum Wirkung.
„Die Philosophie des Trainers wurde von den Spielern schnell verinnerlicht“, sagt Demirel. Sogar ein DaShaun Wood verteidigt mit einer Hingabe, als sei es seine Lieblingsbeschäftigung. Jeder ist bereit, sich weiterzuentwickeln und alles in den Dienst des mannschaftlichen Erfolges zu stellen.
Als sehr hilfreich hat sich erwiesen, dass Alba zum ersten Mal seit drei Jahren nicht aus dem Training gerissen wurde und in die Qualifikation für die Europaliga einsteigen musste. Sie konnte sich konzentriert auf den Saisonstart vorbereiten und ist auf den Punkt topfit. Mit der Folge, als einziges der vermeintlichen Bundesliga-Topteams noch ohne Niederlage dazustehen.
Bayern München als Lachnummer
Zur Lachnummer wurde Bayern München, das auf europäische Einsätze verzichtete, weil es sich ganz auf den Gewinn der Meisterschaft konzentrieren wollte, sechs Tage vor dem Auftakt seinen Trainer Dirk Bauermann feuerte und prompt zwei ernüchternde Heimniederlagen kassierte.
Auch Meister und Pokalsieger Bamberg steht nicht mehr ungerupft da, verlor Sonntag in Quakenbrück. Für Alba ist es erst ein Anfang – aber ein wirklich guter.
Diw


