Basketball-Bundesliga

Alba spielt sich für die Play-offs ein

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Sebastian Arlt

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Noch kann Berlin Platz zwei in der Hauptrunde erreichen. Ein Sieg gegen Braunschweig würde die Ausgangslage in den Play-offs verbessern.

Zwar beginnt das Play-off um die deutsche Basketball-Meisterschaft für das Team von Alba Berlin erst am übernächsten Sonntag (6. Mai, 18 Uhr), aber die entscheidende Phase der Saison ist bereits allgegenwärtig. Auch beim Arbeitsgerät. Es gibt wie jedes Jahr einen ganz speziellen Play-off-Ball des offiziellen Ausrüsters, mit dem die Bundesliga (BBL) verbunden ist. Seit einer Woche schon können die Profis damit trainieren. Wie Schuhe eingelaufen müssen auch die Bälle eingespielt werden. Damit sich die Oberfläche ein wenig abreibt. „Sonst wäre er viel zu rutschig“, erklärt Albas Center Yassin Idbihi.

Einmal werden er und seine Kollegen allerdings dem alten Modell nachjagen, am Sonnabend (20 Uhr, O2 World) zum Abschluss der Hauptrunde, im Spiel gegen die Phantoms Braunschweig. Für beide Mannschaften geht es noch um etwas: Alba würde sich mit einem Sieg die Chance erhalten, doch noch auf Platz zwei vorzustoßen. Allerdings müsste Würzburg zeitgleich beim Zweiten Ulm gewinnen. „Leider haben wir es nicht mehr selbst in der Hand“; sagt Cheftrainer Gordon Herbert. Als Zweiter hätte Alba nicht nur im Viertel-, sondern auch im Halbfinale Heimrecht. Braunschweig könnte sich mit einem Sieg endgültig Platz sieben sichern. Seit Mittwoch (83:74 gegen Bonn) ist der Mannschaft von Trainer Sebastian Machowski die Teilnahme am Play-off nicht mehr zu nehmen. Am wahrscheinlichsten ist diese Variante: Alba bleibt Dritter und trifft vom 6. Mai an im Viertelfinale (Best of five) auf Würzburg (6.). Als Zweiter könnten Frankfurt oder erneut Braunschweig die möglichen Gegner sein.

Februar-Pleite nicht vergessen

Gegen die Niedersachsen kassierten die Berliner ihre „schmerzlichste Niederlage“ (Herbert) in dieser Saison. Durch ein 89:95 in eigener Halle verpasste Alba das Top-4 um den deutschen Pokal. Im kommenden Jahr kann dies jedoch nicht passieren, da das Top-4-Turnier nach Berlin vergeben wurde (23./24. März) und die Berliner als Ausrichter automatisch qualifiziert sind. Die Pleite vom 15. Februar ist noch nicht vergessen. „Ich hoffe, meine Spieler haben noch im Hinterkopf, wie es dazu kam – und machen dieselben Fehler nicht noch einmal“, sagt Herbert.

Insgesamt sieht er seine Mannschaft auf einem „guten Weg“. Auch wenn er noch immer enttäuscht darüber ist, dass sein Team zuletzt bei der Niederlage in Bamberg zu viele Fehler gemacht hat. Noch fehle die Konstanz. Er versucht, die Sache ins Positive zu drehen: „Vielleicht ist es so ganz gut: Man lernt aus Niederlagen meistens mehr als aus Siegen.“

Nach der Partie beim Meister wurde oft spekuliert, dass sich Alba und die Brose Baskets wohl im Finale wiedersehen würden. Idbihi kommt das viel zu früh: „Wenn man so weit vorausschaut, geht das zumeist in die Hose.“ Schritt für Schritt müsse man nehmen. Momentan sei es doch so: „Wir haben noch gar nichts erreicht.“

Sein Kollege Heiko Schaffartzik geht das Ganze etwas offensiver an. „Wir sind sehr bereit“, sagt er in Hinblick auf die entscheidende Saisonphase, „in der es nur Siegen oder Verlieren gibt“. Der Spielmacher sieht seine Mannschaft weiter als vergangene Saison. Die Art der Niederlage in Bamberg hat ihn davon überzeugt, dass man auch die Franken schlagen kann: „Wir haben schlecht gespielt und hatten dennoch bis kurz vor Schluss die Chance zu gewinnen.“ Es sei ein schwieriger Weg bis ins Endspiel. Doch dann gelte: „Wenn wir ins Finale gegen Bamberg kommen, sind sie dieses Mal fällig.“