Das größte Lob kam vom Verlierer. „Yassin Idbihi hat ein großartiges Spiel gezeigt, seine Präsenz unter den Körben war toll“, sagte John Patrick, der Trainer der Baskets Würzburg, nach dem 81:73-Erfolg von Alba Berlin gegen sein Team. 20 Punkte hatte der Berliner Center erzielt, sich auch noch sieben Rebounds gesichert.
Neun seiner zehn Würfe aus dem Feld landeten im Korb, beide Freiwürfe saßen. „Ich komme langsam wieder zur Topform“, meinte der 28-Jährige. Es war ihm anzumerken, wie er sich freute, dass seine Leidenszeit vorbei ist.
Am 23. Dezember 2011 hatte er sich beim Erfolg gegen Ulm eine Muskelverletzung am hinteren linken Oberschenkel zugezogen, im nächsten Spiel versuchte er es noch, aber es hatte keinen Sinn.
„Sehr frustrierend“ war dann die fast zweimonatige Pause. In der er tatenlos mit ansehen musste, wie sein Team von Platz eins in der Liga zwischenzeitlich bis auf Rang vier abrutschte, im Eurocup ebenso ausschied wie im nationalen Pokal. „Man denkt, man lässt die anderen im Stich.“
Vor allem in der Defensive machte sich das Fehlen von Idbihi bemerkbar. „Jetzt sieht man erst, wie wichtig er ist“, sagte Albas Cheftrainer Gordon Herbert während Albas Schwächephase, in der auch noch Idbihis Center-Kollege Torin Francis drei Wochen lang ausfiel.
Jetzt sind beide wieder zurück. Francis hat allerdings gerade mit einer Fußprellung zu kämpfen, er ist noch nicht wieder der Alte. Während hingegen mit Idbihis Rückkehr auch Albas Leistungskurve nach oben zeigt.
Acht Spiele in Serie ist das Team jetzt ungeschlagen, seit sechs Partien ist der 2,08 Meter große Nationalspieler wieder dabei. Er habe noch konditionelle Rückstände, gab er selbst zu. Nach dem knüppelharten Kampf gegen Würzburg fühlte er sich „komplett fertig“.
Bereits im Vorfeld hatte Albas Geschäftsführer Marco Baldi die Stimmung mit Aussagen über das aggressive Spiel der Würzburger angeheizt. Für Idbihi alles kein Problem: „Sie spielen hart? Okay, wir spielen härter.“
Das Spiel brachte das Erwartete: Mit ihrem harten, teils überharten Stil (bei Berlins Taylor besteht nach einem brutalen Foul Verdacht auf Rippenbruch) hielten die Baskets die Partie bis kurz vor Ende offen. Nach dem Spiel echauffierte sich Baldi erneut: „Die Würzburger spielen ein System, das mit Basketball nicht viel zu tun hat.“
Baldi warf Patrick indirekt vor, absichtlich foul spielen zu lassen. Im Wissen, dass die Schiedsrichter ab einer bestimmten Foulbelastung nicht mehr alle Regelverstöße ahnden, weil sonst kein Würzburger mehr auf dem Parkett stehen würde.
Sportdirektor Mithat Demirel forderte sogar die Einführung eines Videobeweises. Bis dahin wird es noch lange dauern. Alba bleibt nur eins: Die richtige Antwort – wie Yassin Idbihi – auf dem Feld zu geben. Am besten gleich am Sonnabend (20 Uhr, Sport1 live) in Oldenburg.
Einer Sorge ist Alba seit gestern ledig: Der Frankfurter Protest gegen den Alba-Sieg am Sonnabend wurde von der Ligaleitung („Tatsachenentscheidung“) abgewiesen.





