Eurocup

Nur ein Wunder kann Alba vor dem Aus retten

Die Bilanz spricht für sich: Bislang hat Alba alle Spiele des Basketball-Eurocups verloren. Die nächsten Gegner haben hingegen je zwei Siege auf dem Konto. Für die Berliner ist der Einzug ins Viertelfinale in weite Ferne gerückt.

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Ein kurzer Blick auf die GruppeL des Eurocups genügt, um die Chancen des Basketballteams von Alba Berlin auf das Erreichen des Viertelfinales einschätzen zu können. Die Konkurrenz, Benetton Treviso, Lokomotiv-Kuban Krasnodar und Lietuvos Rytas Vilnius, hat je zwei Siege auf dem Konto, die Berliner keinen. Drei Spiele stehen noch aus, nur zwei Teams der Vierergruppe kommen weiter. Die Wahrscheinlichkeit für ein Weiterkommen liegt bei nahe Null, es müsste ein mittleres Basketball-Wunder her, um die Runde der letzten Acht zu erreichen.

"Die Mannschaft ist da!"

Alba-Geschäftsführer Marco Baldi entfuhr am Mittwochmittag, nachdem er nach dem 75:86 am Vorabend in Vilnius in Tegel aus dem Flugzeug stieg, allerdings ein entschlossenes „Nö“ auf die Frage, ob sich für diese Saison das Thema Europa erledigt habe. Ergebnisse seien zwar am Ende das, woran man gemessen werde, aber er, Baldi, habe in den letzten Spielen klar gesehen: „Die Mannschaft ist da!“ Bedauerlicherweise habe das Team aus Vilnius, das reboundstärkste der Liga, den Finger in die Wunde gelegt, die die Verletzungen der beiden Berliner Center Yassin Idbihi (Muskelfaserriss) und Torin Francis (Haarriss im Unterarm) gerissen habe. Sein Team habe jetzt nur noch eine Wahl, nämlich „die Mission mit drei Siegen in drei Spielen zu Ende zu bringen“ weiß Baldi und gibt zu: „Wir brauchen jetzt Glück und die anderen müssten mitspielen. Aber wir spielen nicht nur um das Viertelfinale, sondern auch für das Ranking in Europa. Wenn jetzt jemand glaubt, dass wir uns auf die noch verbleibenden Spiele nicht mit voller Konzentration stürzen, irrt er.“ Baldis Erkenntnis, die Mannschaft sei da, war in Sachen Kampfgeist, Willen und Einsatz auch in Vilnius sicherlich nachzuvollziehen. Rein numerisch ist sie aber zum ungünstigsten Zeitpunkt durch die Ausfälle von Francis und Idbihi nicht da. Derrick Allen (2,03 m) spielte erneut über 34 Minuten, Sven Schultze (2,08 m) spielte hart und traf aus der Distanz. Beide standen aber gegen die beiden Rebound-Ungeheuer der Litauer, Predrag Samardziski (2,11m) und Jonas Valanciunas (2,10 m), auf verlorenem Posten.

„Auf den großen Positionen sehr gut besetzt“ sei Lietuvos Rytas gewesen, formuliert Sven Schultze eher verhalten. „Wir haben 19 Rebounds geholt, die Litauer 38, so kann man keine Spiele gewinnen.“ Zumindest nicht gegen eine Mannschaft mit Europaliga-Format wie Vilnius, die zudem in dieser Saison zuhause noch ungeschlagen ist. Sich nicht aufzugeben, gibt Schultze als Devise aus. „Wenn wir alle drei Spiele gewinnen und auch noch jeweils den direkten Vergleich, vielleicht geht dann noch was.“

Zunächst müssen er und Allen aber am kommenden Sonntag (17 Uhr, O2 World) in der Bundesliga gegen Trier wieder als Center ran. Vage, sehr vage Hoffnung auf eine Rückkehr besteht lediglich bei Idbihi. „Es wird knapp, der Muskel ist zwar weicher geworden“, sagt Albas kantiger 2,08-m-Athlet. „Aber so ärgerlich es auch ist – ich muss geduldig sein.“