Besondere Emotionen? „Nein“, antwortet Gordon Herbert, der Cheftrainer von Alba Berlin. „Es ist unser nächstes Spiel, das wir gewinnen wollen, nicht mehr.“ Natürlich hat der 53-Jährige entsprechende Fragen erwartet vor dem Bundesligaspiel seiner Mannschaft am Sonnabend (20 Uhr, O2 World) gegen die Frankfurt Skyliners. Schließlich hatte er bis zum vergangenen Sommer das Frankfurter Basketballteam betreut, bevor er zu Alba wechselte. Und Spielmacher DaShaun Wood hatte er gleich mitgebracht. Im Gegenzug war Trainer-Kollege Muli Katzurin zu Saisonbeginn von Berlin an den Main gewechselt. Wo inzwischen auch der ehemalige Alba-Profi Johannes Herber unter Vertrag steht.
Es wird also ein Treffen alter Bekannter. „Ich freue mich, viele Freunde zu sehen“, erklärt Katzurin vor der Rückkehr an seine ehemalige Wirkungsstätte. Von Ende Januar 2011 an hatte der 57-Jährige knapp fünf Monate lang Alba als Nachfolger von Luka Pavicevic betreut. 20 Siege und 16 Niederlagen lautete seine Bilanz. Aus einer total verunsicherten Mannschaft formte er ein Team, das in der Play-off-Finalserie erst im fünften Spiel gegen Bamberg ganz knapp scheiterte.
Dass er trotzdem nicht bei Alba bleiben durfte, hatte ihn damals schon verwundert. Von „Enttäuschung“ war die Rede, dass „alles seltsam“ gewesen sei, wurde er vor dem Spiel in der Vorrunde zitiert, als Alba am 29. Oktober 2011 mit 83:57 in Frankfurt gewann. Es war damals eine schwere Zeit für den Israeli. Die Frankfurter Ausgabe der „Bild“ sprach von „Basketball-Schande“. Insgesamt verloren die Hessen acht ihrer ersten zehn Spiele, Katzurin wurde infrage gestellt.
Doch „inzwischen sind wir ein anderes Team geworden“, wie es Katzurin ausdrückt. Seiner Mannschaft hat er mit Erfolg eine Systemänderung verordnet. Oberste Priorität hat die Verteidigung – und damit haben es die Skyliners vom Abstiegskandidaten zu einer Mannschaft gebracht, die jetzt sogar noch Chancen auf einen Play-off-Platz hat. Und das, obwohl ihre beiden Besten, Justin Gray (verletzt) und Jon Leuer (wechselte zum NBA-Klub Milwaukee Bucks), inzwischen fehlen. Die Stärke der Frankfurter dokumentierte sich zuletzt in Siegen gegen Bayern München (68:49) und Meister Bamberg (76:68).
Während die Skyliners in der Defensive ihre besondere Stärke haben, hatte Herbert gerade in diesem Bereich oft Grund zur Kritik an seinen Profis. Trotz zuletzt sechs Siegen hintereinander in der Bundesliga: „Ich bin seit Weihnachten mit unserer Verteidigung nicht zufrieden.“
Aber seine Mannschaft habe zuletzt im Training schwerpunktmäßig am Abwehrverhalten gearbeitet. Torin Francis (Fußprellung) und Bryce Taylor (Magen-Darm-Probleme) mussten allerdings einige Einheiten ausfallen lassen, werden heute Abend aber wieder dabei sein. Herbert ist sich sicher: „Beide Teams kennen sich sehr gut, da wird es kaum Überraschungen geben.“

![Basketball Bundesliga 20. Spieltag Telekom Baskets Bonn Alba Berlin am Sonntag (08.02.2009) im Telekom Dome in Bonn. Ein Basketball liegt vor Beginn der Partie auf dem Spielfeld. Bonn gewann 80:66. Foto: Felix Heyder dpa (c) dpa Report [ Rechtehinweis: Verwendung weltweit usage worldwide ] Basketball Telekom Baskets Bonn Alba Berlin 80:66](https://img.sparknews.funkemedien.de/105991631/105991631_1423548592_v16_9_1200.jpeg)



