Basketball-Bundesligist

In Europa spielt Alba nur die zweite Geige

Durch die vierte Niederlage im vierten von sechs Zwischenrundenspielen hat der Eurocup für Alba Berlin nur noch Übungscharakter. Mit den Großen des Kontinents kann der Verein aktuell einfach nicht mithalten.

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So wollen die Berliner Zuschauer Alba sehen. Eine Basketball-Mannschaft, die das Format hätte, auch in der EuroLeague mitzuhalten. In der einheimische Akteure Leistungsträger und Stars sind. Die zehn Spieler durchwechseln kann, ohne dass ein Niveauverlust zu erkennen ist. Die ohne große Leistungsschwankungen auftritt, dem Gegner ihren Stil aufzwingt, unter den eigenen Körben Herr der Lage ist und offensiv auch in schwierigen Situationen die richtigen Entscheidungen trifft. Die, zusammengefasst, das tut, was Lietuvos Rytas Vilnius am Dienstag beim 79:62-Sieg über Alba Berlin im Eurocup tat. Schön wär's.

Nur realistisch ist es nicht, sagt Geschäftsführer Marco Baldi: „Wir müssen auf dem Boden bleiben.“ Alba sei derzeit nicht in der Verfassung, einen solchen Gegner zu stoppen. Durch die vierte Niederlage im vierten von sechs Zwischenrundenspielen hat der Wettbewerb für die Berliner damit nur noch Übungscharakter. Auch für Baldi enttäuschend, aber kein Grund, in Depressionen zu verfallen. „Die Top 16 war unser Ziel. Das ist, wo wir im Moment stehen.“ Mehr ginge nur, wenn alles gepasst hätte.

Wenn Alba zum Beispiel nicht das Pech mit den Verletzungen der Center Torin Francis und Yassin Idbihi getroffen hätte. Wenn aber auch der Rest es geschafft hätte, aus „unseren Möglichkeiten das Optimum herauszuholen“, wie Baldi erklärt. „Wir können nicht sagen, dass wir das seit Weihnachten getan haben.“ Seitdem wurden von elf Spielen sieben verloren. International alle vier.

Alba ist in Europa nach wie vor ein Vorzeigeverein – was Organisation, Zuschauerzahlen, Umfeld angeht. Sportlich aber gibt es ein gutes Dutzend anderer Topteams wie FC Barcelona, Maccabi Tel Aviv oder Panathinaikos Athen, die auf dem Kontinent dominieren. Dahinter „folgt eine Armada von 30 bis 40 Klubs, da reihen wir uns irgendwo ein“.

Die Dichte in Europa ist viel höher geworden, „wir werden Extra-Anstrengungen unternehmen müssen, wenn wir den Abstand verringern wollen“. Erschwerend kommt hinzu, dass die Berliner, die laut Bundesanzeiger in ihrem letzten veröffentlichten Geschäftsjahr von Juli 2009 bis Juni 2010 einen siebenstelligen Fehlbetrag erwirtschafteten, sparen müssen.

Da wäre es umso wichtiger, dass die Mannschaft am Rande ihrer Möglichkeiten spielt. Was sie aber auch laut Gordon Herbert nicht tut. „Ich bin sehr enttäuscht“, sagte der Alba-Trainer nach der Niederlage gegen Vilnius, „Ich hatte eine bessere Leistung von uns erwartet.“