Marco Baldi versucht die ganze Situation mit ein wenig Humor zu nehmen: „Wenn's kommt, dann kommt's halt ganz dicke“, sagt der Geschäftsführer von Alba Berlin. Denn das Berliner Basketballteam ist zurzeit wirklich nicht gerade vom Glück begünstigt. Nicht nur, dass Torin Francis (Haarriss im Unterarmknochen) mindestens drei Wochen ausfällt und dessen Center-Kollege Yassin Idbihi nach einem Muskelfaserriss noch nicht voll einsatzfähig ist – jetzt kam die nächste Schreckenbotschaft: Spielmacher DaShaun Wood droht auszufallen.

Beim Allstar Game am Sonnabend in Ludwigsburg fehlte der US-Amerikaner bereits. Zuvor hatte schon Idbihi seine Teilnahme absagen müssen. Lediglich Heiko Schaffartzik und Derrick Allen vertraten Alba bei diesem Spektakel, das die internationale Mannschaft (zwei Punkte Allen) gegen das deutsche Team (15 Punkte Schaffartzik) mit 89:84 gewann. Die Diagnose bei Wood: Beschädigung an einer Muskelfaser im Oberschenkel. Es hat sich ein hartnäckiges Hämatom gebildet. Die Verletzung hat er sich bereits im Eurocupspiel in Treviso (64:72) zugezogen.

Fatale Situation

Alba geht am Stock. Francis fällt aus, Idbihi und Wood „werden Tag und Nacht behandelt“, wie es Albas Sportdirektor Mithat Demirel ausdrückt. Ein Einsatz der beiden im wichtigen Eurocupspiel gegen den russischen Spitzenklub Kuban Krasnodar (20 Uhr, O2 World, live bei TV Berlin) ist allerdings sehr fraglich. „Ich hoffe, dass DaShaun vielleicht am Montag leicht trainieren kann“, sagt Demirel. Idbihi versuchte gestern, ein wenig zu üben. Keiner wird – wenn überhaupt – auch nur annähernd seine Topleistung bringen können. Gerade bei diesen Muskelverletzungen besteht natürlich auch die Gefahr, dass, wenn zu früh zu stark belastet wird, die Sache noch viel schlimmer wird.

Alba ist gerade in einer fatalen Situation. Nach fünf Niederlagen in den vergangenen sieben Spielen läuft es seit Weihnachten sehr schlecht, jetzt kommen noch die Verletzungen hinzu. Die Berliner haben bereits in der Bundesliga ihre gute Position verspielt, sind von Platz eins auf Rang vier abgerutscht. Nachdem die erste Eurocup-Begegnung in der Zwischenrunde bei Benetton Treviso ja auch verloren ging, steht Alba gegen die Russen stark unter Druck. Eine Heimniederlage könnte den Traum vom Erreichen des Viertelfinales schon früh platzen lassen.

Baldi und Demirel wiederholen, „dass es keinen Schnellschuss gibt“. Soll heißen: Es ist nicht damit zu rechnen, dass auf der Center-Position jetzt kurzfristig nachgebessert wird. „Es ist doch auch absehbar, dass Torin zurückkommt“, meint Baldi. Für Idbihi gilt dies noch viel mehr. Baldi: „Man darf nicht vergessen, dass es ja auch eine Weile dauert, bis sich ein Neuer zurechtgefunden hat.“ Egal für welche Position gelte sowieso: „Man muss generell den Überblick behalten, ob noch eine Verpflichtung nötig ist oder nicht.“ Sollte man zu dem Schluss kommen, dass ja, werde man es auch finanziell möglich machen.