Basketball

Alba geht zum Jahresende auf dem Zahnfleisch

Die Terminhatz setzt den Basketballern von Alba Berlin zu: Beim der 89:97-Niederlage in Quakenbrück wirkten sie besonders in der Endphase kraftlos - nach acht Spielen in 25 Tagen. Für den Trainer war das aber nicht der Hauptgrund.

Foto: Bongarts/Getty Images / Bongarts/Getty Images/Getty

Der Niederlage folgte das lange Warten, dann die noch längere Heimfahrt. Als das Basketballteam von Alba Berlin Mittwochfrüh kurz nach fünf Uhr in der Heimat ankam, waren alle komplett bedient. Da war erst einmal das 89:97 (50:48) bei den Artland Dragons , durch das die Berliner die Tabellenführung in der Bundesliga wieder an Meister Bamberg verloren. Gerade einmal knapp 100 Stunden hatte Alba ganz oben gestanden .

Ärgerlich ging es nach der Partie weiter. Bei einer Dopingkontrolle traf es bei den Berlinern DaShaun Wood, Heiko Schaffartzik und Torin Francis, bei den Dragons wurden David Holston, Darren Fenn und Guido Grünheid getestet. „Eine Katastrophe“, sagte Mithat Demirel. Er meinte damit nicht die Tatsache, dass („Das muss absolut sein“), sondern wie kontrolliert wurde. „Nur ein Kontrolleur war da“, ärgerte sich Albas Sportdirektor. Ein Kontrolleur für sechs Spieler, das Wasserlassen unter Beobachtung dauerte ewig. Erst mit zwei Stunden Verspätung konnte sich der Berliner Tross auf die fast sechsstündige Heimreise mit dem Bus machen.

Bereits am Freitag gegen Bonn

Dabei zählt für die Berliner momentan jede Stunde, in der die Mannschaft regenerieren kann. Alba läuft zum Jahresende auf dem Zahnfleisch. „Uns fehlte einfach die Kraft“, sagte Demirel. Nach sehr gutem Beginn, die Berliner führten nach zwölf Minuten mit 16 Punkten Differenz (37:21), ging es langsam bergab.

Beim 48:48 (20. Minute) hatten die Dragons aus Quakenbrück ausgeglichen, fünf Minuten später lag Alba bereits mit zehn Zählern Differenz hinten (56:66). „Wir konnten einfach nicht mehr auf Dauer gegenhalten“, sagte Demirel. „Nicht als Entschuldigung“ wollte er allerdings den Kräfteverschleiß für Albas Abschlaffen mit zunehmender Spielzeit sehen.

Alba vom Spielplan eingeholt

Der Spielplan hat Alba eingeholt. „Wir wussten, dass es sehr hart wird“, sagte Geschäftsführer Marco Baldi. Bereits am Freitag (18.30 Uhr, O2 World) trifft der Klub auf die Telekom Baskets Bonn. Es ist dann seit dem Nikolaustag das achte Spiel in 25 Tagen. Baldi: „Das geht an die Substanz.“ Die Dragons trafen komplett ausgeruht auf Alba, sie hatten zehn Tage Pause, vier davon hatte Trainer Stefan Koch den Spielern gleich ganz frei gegeben.

Während dieser Zeit waren die Berliner zum Eurocupspiel bei Buducnost Podgorica (20. Dezember) unterwegs, und es stand auch noch einen Tag vor Weihnachten die Heimpartie gegen Ulm an. Die Artland Dragons, die neben Bamberg, Berlin und München den zweifellos qualitativ stärksten und tiefsten Kader der Bundesliga haben, „haben die Gunst der Stunde genutzt“, so Baldi.

Trainer Herbert kritisiert Defensive

Kraft hin, mangelnde Energie her: Albas Trainer Gordon Herbert war „enttäuscht von unserem Einsatz in der Defensive“. Nur zweimal in dieser Saison hat Alba mehr als 90 Punkte kassiert, jedes Mal bei Niederlagen nach Verlängerung: 91:98 in Hagen und 87:91 in Zgorzelec. „Wir haben viel zu viele leichte Punkte zugelassen“, kritisierte Herbert.

Bei den Gastgebern überragte David Holston. Der Spielmacher, dessen Größe irgendwo zwischen 1,67 Meter und 1,70 Meter liegt , erzielte 25 Punkte. Er stach damit auch seinen Kumpel aus Highschool- und College-Zeiten aus, Alba-Playmaker DaShaun Wood (15 Zähler). Der hatte vorher noch damit geprahlt, noch nie gegen Holston verloren zu haben. Diese Serie riss nun ebenso wie die der Berliner, die zuletzt in neun Bundesligaspielen unbesiegt geblieben waren.

Wood wie auch die anderen Berliner hatten Probleme mit der rustikalen Spielweise der Dragons. Wood wurde sauer, als die Schiedsrichter einige Male nicht, wie von ihm erwartet, auf Foul gegen die Gastgeber erkannten. Er meckerte und wurde mit einem technischen Foul belegt – die Dragons machten daraus vier Punkte. Wood muss dafür eine Strafe in die Mannschaftskasse zahlen. Es gibt eben Tage, da bleibt man am besten im Bett.