Basketball

Albas Trainer belohnt seine Spieler mit Kino

Alba hat einen guten Lauf: Neun Siege in Folge errangen die Berliner. Nach dem enttäuschenden Saisonauftakt hat jeder im Team seinen Platz gefunden. Trainer Gordon Herbert weiß die Leistung seiner Spieler zu würdigen - und sorgt für etwas Abwechslung.

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Leistung lohnt sich. Und so gönnt Alba Berlins neuer Cheftrainer Gordon Herbert seiner Mannschaft mal ein bisschen Abwechslung. Am heutigen Donnerstagabend ist ein gemeinsamer Kinobesuch in Kreuzberg geplant; gezeigt wird „Phoenix in der Asche“, ein Dokumentarfilm über den Abstiegskampf des Basketball-Bundesligisten Phoenix Hagen. Die Berliner haben auch gerade einige Kämpfe hinter sich, die natürlich nichts mit Abstieg zu tun hatten. Eher schon mit der schwierigen Suche nach einem Spielrhythmus, mit dem Versuch, eine Mannschaft zu werden.

Dabei sind sie auf einem sehr guten Weg, wie nicht nur das 79:68 am Dienstag über Turow Zgorzelec zeigte, der neunte Sieg in Folge. Nach einem enttäuschenden Saisonauftakt mit unerwarteten Niederlagen in Bremerhaven und – ausgerechnet – Hagen funktioniert das neue Alba Berlin immer besser. In der Bundesliga haben sie sich auf Rang zwei vorgearbeitet – vor Meister Bamberg und dem starken Aufsteiger Bayern München. Im Eurocup ist nach drei Siegen in drei Spielen das Erreichen der zweiten Runde fast schon sicher. Nicht nur wegen seines herausragenden Spielmacher-Duos DaShaun Wood und Heiko Schaffartzik. Häufig wechseln die Protagonisten neben diesen beiden verlässlichsten Größen. Mal sticht Derrick Allen heraus, mal Torin Francis, mal Bryce Taylor, häufig Kyle Weaver. Am Dienstag lobte Herbert die Bankspieler Sven Schultze, Yassin Idbihi oder Marko Simonovic, „die uns wichtige Entlastung gebracht haben“. Das macht es für die Gegner umso schwerer.

Gegen die tapferen, aber etwas überfordert wirkenden Gäste aus Zgorzelec hatte Schaffartzik einen schwachen Tag erwischt, doch seine Mannschaft fing dies problemlos auf. Auch eine Konzentrationsschwäche im letzten Viertel hatte nun nicht mehr solche Folgen wie vor ein paar Wochen in Bremerhaven und Hagen. „Wir waren ein bisschen müde, haben den Fokus verloren. Aber schließlich haben wir uns durchgekämpft. Dafür meinen Respekt“, lobte Gordon Herbert.

Der souveräne Umgang mit dem kurzen Tief ist auch Zeichen dafür, dass fast jeder (bis auf den wieder nicht eingesetzten Lucca Staiger) seinen Platz gefunden und seine Rolle verstanden hat. So war der Coach ein wenig traurig, dass für sein Team nun eine kurze Spielpause bis nächsten Dienstag eintritt, ehe die Berliner zum Rückspiel in Polen antreten müssen. „Eigentlich ist das schade, denn wir sind sehr gut drauf.“ Da sich aber an der spielfreien Zeit nun mal nichts ändern lässt, legte der Kanadier fest, dass auch Freitag und Sonnabend nicht trainiert werden muss. Vielleicht werden einige noch mal ins Kino gehen. Muss ja nicht wieder zu einem Film über Basketball sein.